Tiger-Strudelwurm
Girardia tigrina
Der Tiger-Strudelwurm ist ein aus Nordamerika stammender Plattwurm, der sich weltweit als Neobiota in Süßwasserökosystemen ausgebreitet hat. Er zeichnet sich durch eine bräunliche Grundfärbung mit unregelmäßigen hellen Flecken oder Streifen aus, die ihm ein tigerähnliches Aussehen verleihen. Die Art ist bekannt für ihre extreme Regenerationsfähigkeit und ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Gewässertypen.
Details
Erkennungsmerkmale
Dreieckiger Kopf mit zwei ausgeprägten Aurikeln (Ohrläppchen), zwei helle Augenflecken, charakteristische dunkle Fleckung auf hellem Grund.
Sozialverhalten
Meist einzelgängerisch, bildet aber bei hohem Nahrungsangebot dichte Aggregationen.
Ernährung
Fleischfresser und Aasfresser; ernährt sich von kleinen Krebstieren, Insektenlarven, Schnecken und Oligochaeten.
Jagdstrategie
Nutzt Chemorezeptoren zum Aufspüren von Beute und umschlingt diese unter Einsatz von klebrigem Schleim.
Laichsubstrat
Unterseiten von Steinen, Holz oder Wasserpflanzen.
Überwinterung
Überwintert im Sediment oder als Eikapsel; tolerant gegenüber niedrigen Temperaturen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger benthischer Räuber; kann durch Konkurrenz und Prädation heimische Planarienarten verdrängen.
Natürliche Feinde
Fische, räuberische Insektenlarven (z.B. Libellenlarven) und Wasserkäfer.
Konkurrenzarten
Heimische Strudelwürmer wie Polycelis nigra oder Schmidtea polychroa.
Ökosystemleistung
Trägt zum Abbau von organischem Material (Aas) in Gewässern bei.
Bedrohungen
Keine wesentlichen Bedrohungen; profitiert von anthropogenen Gewässerveränderungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal ist der markant dreieckige Kopf mit zwei kurzen, seitlich abstehenden Aurikeln (Ohrfortsätzen). Im Gegensatz zu vielen einheimischen Dugesia-Arten ist der Körper nicht einfarbig, sondern gefleckt. Der Pharynx ist bei dieser Art pigmentiert. Die Augen stehen relativ nah beieinander im vorderen Kopfdrittel.
Ernährung
Kleine Wirbellose wie Oligochaeten (Würmer), Isopoden (Asseln), Chironomiden (Zuckmückenlarven), kleine Schnecken und Flohkrebse (Gammariden).
Fortpflanzung
Sowohl geschlechtlich (als Hermaphrodit durch Ei-Kokons) als auch ungeschlechtlich durch Querteilung (Fission) mit anschließendem Regenerationsvermögen. In den europäischen Invasionsgebieten dominiert fast ausschließlich die ungeschlechtliche Vermehrung.
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument; als invasive Art kann sie durch Prädation und Nahrungskonkurrenz einheimische Planarien (z. B. Polycelis-Arten) verdrängen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Keine bekannt; die Art ist in Europa ein erfolgreicher Neozoon und profitiert von der Erwärmung der Gewässer.
Schutzmaßnahmen
Keine Schutzmaßnahmen erforderlich; Monitoring der Ausbreitung zur Bewertung des Einflusses auf die einheimische Biodiversität.