Wasserspinne
Argyroneta aquatica
Die Wasserspinne ist die einzige bekannte Spinnenart, die nahezu permanent unter Wasser lebt. Sie konstruiert eine taucherglockenähnliche Netzstruktur, die sie mit Luft füllt, um darin zu atmen, zu fressen und sich fortzupflanzen. Ihr Körper ist von einem silbrigen Lufthäutchen umgeben, das durch feine Härchen an der Körperoberfläche gehalten wird. Die Art ist vor allem in sauberen, stehenden oder langsam fließenden, vegetationsreichen Gewässern verbreitet.

Details
Erkennungsmerkmale
Silbriger Glanz unter Wasser (Physikalische Kieme), braun-grauer Körper, dicht behaartes Opisthosoma.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, zeigt jedoch eine vergleichsweise hohe Toleranz gegenüber Artgenossen; Männchen und Weibchen leben oft in benachbarten Glocken.
Ernährung
Kleine Krebstiere wie Wasserasseln und Flohkrebse, Insektenlarven sowie gelegentlich kleine Fischlarven.
Jagdstrategie
Lauert in oder nahe der Taucherglocke auf Beute, die die Signalfäden des Netzes berührt.
Laichsubstrat
Unterwasserpflanzen, an denen die Taucherglocke befestigt wird.
Überwinterung
Überwintert in einer speziell verstärkten, luftgefüllten Glocke oder in leeren Schneckenhäusern am Gewässergrund.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator im aquatischen Nahrungsnetz, reguliert Bestände von Kleinkrebsen und Insektenlarven.
Natürliche Feinde
Fische, räuberische Wasserinsekten (z.B. Gelbrandkäfer, Libellenlarven) und Wasservögel.
Konkurrenzarten
Andere aquatische Raubwirbellose wie Rückenschwimmer oder Gelbrandkäferlarven.
Ökosystemleistung
Beitrag zur biologischen Vielfalt und Kontrolle von Mückenlarven.
Bedrohungen
Habitatverlust durch Trockenlegung von Mooren, Eutrophierung von Gewässern und Einsatz von Pestiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Einzige Spinnenart, die fast permanent unter Wasser lebt. Charakteristisch ist die Errichtung einer 'Taucherglocke' aus Seide, die mit Luft gefüllt wird. Die Behaarung ist speziell angepasst, um einen Luftvorrat am Körper zu halten. Im Gegensatz zu den meisten Spinnen sind die Männchen hier oft deutlich größer und kräftiger als die Weibchen.
Lebensraum
Stehende oder sehr langsam fließende, saubere Gewässer mit reicher Unterwasservegetation (z.B. Gräben, Teiche, Moore, Altwässer). Bevorzugt mesotrophe bis eutrophe, aber unbelastete Habitate.
Rolle im Nahrungsnetz
Prädator zweiter oder dritter Ordnung; reguliert Bestände von Wasserwirbellosen; dient selbst als Nahrung für Fische und größere Wasserinsekten.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Zerstörung von Feuchtgebieten, Entwässerung, Eutrophierung durch Düngereintrag, Einsatz von Pestiziden und Verlust der aquatischen Makrophytenvegetation. In Deutschland auf der Roten Liste (Kategorie 3 - gefährdet).
Bestandstrend
Rückläufig in vielen Teilen Mitteleuropas aufgrund von Habitatfragmentierung und Verschlechterung der Wasserqualität.