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Pilz

Judasohr

Auricularia auricula-judae

RL LC

Das Judasohr ist ein weit verbreiteter, gallertartiger Pilz aus der Familie der Auriculariaceae. Er zeichnet sich durch seine charakteristische, muschel- oder ohrenähnliche Form und eine rötlich-braune Färbung aus. Der Pilz wächst vorwiegend saprobiontisch oder als Schwächeparasit an abgestorbenen oder geschwächten Ästen von Laubbäumen, insbesondere am Schwarzen Holunder. Er ist frostresistent und kann das ganze Jahr über gefunden werden.

Details

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Erkennungsmerkmale

Ohrenförmig gewundene Fruchtkörper, gallertartige aber zähe Konsistenz, Außenseite fein filzig behaart, Innenseite glatt und glänzend, Farbe rötlich-braun bis oliv-grau.

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Ernährung

Ernährt sich saprobiontisch durch den Abbau von Lignin und Cellulose im Holz, was zu einer Weißfäule führt.

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Laichsubstrat

Totholz von Laubbäumen, bevorzugt Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), seltener Buche, Ahorn oder Ulme.

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Überwinterung

Frostresistent; die Fruchtkörper können bei Frost einfrieren und bei milderen Temperaturen ohne Schaden weiterwachsen und Sporen produzieren.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Wichtiger Holzzersetzer im Ökosystem; trägt zur Humusbildung und zum Nährstoffkreislauf bei.

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Natürliche Feinde

Insektenlarven (z.B. von Pilzmücken), Schnecken.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere holzzersetzende Pilzarten wie die Schmetterlings-Tramete.

🌟

Ökosystemleistung

Nährstoffrecycling und Abbau organischer Substanz in Laubwäldern und Gebüschen.

⚠️

Bedrohungen

Übermäßige Entfernung von Totholz in forstwirtschaftlich genutzten Gebieten.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Auriculariaceae (Ohrlappenpilzverwandte)

Erkennungsmerkmale

Charakteristische Ohrenform, gallertartige Konsistenz, Frostresistenz (kann gefrieren und wieder auftauen) und die starke Präferenz für den Schwarzen Holunder (Sambucus nigra). Mikroskopisch durch querseptierte Basidien (Phragmobasidien) gekennzeichnet.

Lebensraum

Auwälder, feuchte Laubmischwälder, Hecken, Parkanlagen und Gärten; bevorzugt Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Fortpflanzung

Sexuelle Vermehrung über Basidiosporen, die an zylindrischen, dreifach querseptierten Basidien gebildet werden.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Derzeit in Mitteleuropa nicht gefährdet. Potenzielle Bedrohungen sind die Entfernung von Totholz und die Rodung von Holundergebüschen in der Agrarlandschaft.

Schutzmaßnahmen

Erhalt von Totholzstrukturen und Förderung von naturnahen Waldrändern sowie Feldgehölzen mit Sambucus-Vorkommen.

Wikipedia →