Roesels Beißschrecke
Roeseliana roeselii
Roesels Beißschrecke ist eine weit verbreitete Laubheuschrecke, die sich durch einen markanten hellen Saum an den Seitenlappen des Halsschildes auszeichnet. Sie besiedelt vielfältige Offenlandhabitate von Feuchtwiesen bis hin zu trockenen Brachen. Die Färbung variiert zwischen braun und grün, wobei meist drei helle Punkte an den Seiten des Hinterleibs sichtbar sind. Die Art ist bekannt für ihren langanhaltenden, schwirrenden Gesang, der an einen elektrischen Weidezaun erinnert.

Details
Erkennungsmerkmale
Heller, gelblich-weißer Rand am Halsschild; drei helle Punkte auf der Hinterleibsseite; meist kurzflügelig (außer f. macroptera); grün-braune Grundfärbung.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen sind territorial und markieren ihr Revier durch ausdauernden Gesang am Tag und bis in die Dämmerung.
Ernährung
Omnivor; die Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern und Kräutern, wird aber regelmäßig durch kleine Insekten wie Blattläuse ergänzt.
Jagdstrategie
Gelegenheitsjäger; sucht aktiv Vegetation nach kleinen Insekten ab oder fängt diese bei Begegnung.
Laichsubstrat
Pflanzenstängel von Gräsern, Binsen oder markhaltigen Stauden.
Überwinterung
Überwinterung im Eistadium; die Eier werden in Pflanzenstängel abgelegt und benötigen oft zwei Winter bis zum Schlupf.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Konsument in Grasland-Ökosystemen und bedeutende Beutequelle für insektenfressende Vögel und Spinnen.
Natürliche Feinde
Vögel (z. B. Neuntöter), Webspinnen, Laufkäfer, kleine Säugetiere.
Konkurrenzarten
Andere Laubheuschrecken wie die Kurzflügelige Beißschrecke.
Ökosystemleistung
Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr von Blattläusen.
Bedrohungen
Intensive Landwirtschaft, zu häufige Mahd ganzer Flächen, Einsatz von Insektiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal ist der fast vollständig hell umrandete Halsschild-Seitenlappen. Die Flügel sind bei der Normalform kurz (brachypter) und erreichen beim Weibchen kaum die Hinterleibsmitte. Die Cerci der Männchen tragen in der Mitte einen deutlichen Zahn. Die Legeröhre (Ovipositor) des Weibchens ist leicht aufwärts gebogen und 7-8 mm lang.
Lebensraum
Bevorzugt mäßig feuchtes bis feuchtes, extensiv genutztes Grünland, Brachen, Wegränder und Hochstaudenfluren. Besiedelt auch Getreidefelder und trockenere Wiesen, sofern die Vegetationsstruktur dicht genug ist.
Ernährung
Omnivor; die Nahrung besteht aus Gräsern, Kräutern (Samen, Blüten) sowie kleinen Insekten wie Blattläusen oder anderen kleinen Larven.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Primär- und Sekundärkonsument; dient als bedeutende Proteinquelle für insektenfressende Vögel (z. B. Neuntöter) und Spinnen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (häufige Mahd, Gülleausbringung), Verlust von Saumstrukturen durch Flurbereinigung, Entwässerung von Feuchtwiesen.
Bestandstrend
Stabil bis zunehmend; die Art breitet sich aufgrund des Klimawandels und der Zunahme von Brachen in Nordeuropa und in höheren Lagen aus.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Förderung von Altgrasstreifen (Staffelmahd), Reduktion der Mahdfrequenz auf maximal zwei Schnitte pro Jahr, Schutz von Feuchtwiesen.