Kleiner Wasserschlauch
Utricularia minor
Der Kleine Wasserschlauch ist eine ausdauernde, wurzellose Wasserpflanze, die in nährstoffarmen Moorgewässern, Schlenken und Gräben vorkommt. Die Pflanze besitzt fein zerteilte Blätter, an denen sich winzige Fangblasen befinden, die nach dem Unterdruckprinzip Beutetiere einsaugen. Während der Blütezeit von Juni bis August ragen die blassgelben Blütenstände aus dem Wasser heraus. Zur Überwinterung bildet die Art kugelige Winterknospen (Turionen), die auf den Gewässergrund sinken.

Details
Sauerstoffproduktion
Gering, da die Pflanze oft in sauerstoffarmen, stehenden Gewässern wächst.
Habitatfunktion
Bietet Struktur in flachen Schlenken und dient als Jagdgrund für aquatische Mikroorganismen.
Nährstoffaufnahme
Nährstoffaufnahme erfolgt teilweise über das Wasser, maßgeblich aber durch die Verdauung gefangener Beutetiere (Stickstoffquelle).
Nahrungsquelle für
Gelegentlich für Wasservögel und wirbellose Pflanzenfresser.
Nutzung durch Menschen
Keine direkte wirtschaftliche Nutzung; von Interesse für Botaniker und Liebhaber fleischfressender Pflanzen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Spitzenprädatoren im Mikrokosmos oligotropher Gewässer; reguliert Populationen von Mikroinvertebraten.
Natürliche Feinde
Wasservögel (gelegentlicher Fraß), aquatische Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere Wasserschlauch-Arten (z.B. Utricularia intermedia), Torfmoose bei fortschreitender Verlandung.
Ökosystemleistung
Trägt zur Biodiversität in Mooren bei; dient als Modellorganismus für die Erforschung biomechanischer Fallen.
Bedrohungen
Entwässerung von Mooren, Eutrophierung durch Landwirtschaft, Aufgabe der traditionellen Teichwirtschaft.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Die Vermehrung erfolgt generativ über Samen und vegetativ durch die Bildung von Turionen (Winterknospen) sowie durch die Fragmentierung der Sprossachsen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Eutrophierung durch Stickstoffeinträge, Entwässerung von Mooren und Feuchtgebieten, Torfabbau sowie die natürliche Sukzession und Verlandung von Kleingewässern.