Langfühler-Dornschrecke
Tetrix tenuicornis
Die Langfühler-Dornschrecke ist eine kleine Heuschreckenart aus der Familie der Dornschrecken. Sie zeichnet sich durch einen nach hinten verlängerten Halsschild aus, der den Hinterleib fast vollständig bedeckt. Die Färbung ist meist grau bis braun und dient der Tarnung auf offenem Boden. Namensgebend sind die im Vergleich zu verwandten Arten deutlich längeren und schlankeren Fühler.
Details
Erkennungsmerkmale
Fühler etwa 1,5-mal so lang wie die Kopfhöhe; Halsschild meist bis zur Hinterleibsspitze reichend; Mittelschenkel etwa so breit wie der sichtbare Teil der Vorderflügel.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; zeigt kein ausgeprägtes Sozialverhalten oder Schwarmbildung.
Ernährung
Ernährt sich primär von Algen, Moosen, Flechten und organischem Detritus, der auf dem Boden gefunden wird.
Laichsubstrat
Eier werden in feuchte Erde, Moospolster oder zwischen Pflanzenwurzeln abgelegt.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt meist als Larve (Nymphe) in fortgeschrittenem Stadium oder als adultes Tier in der Streuschicht.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärkonsument und Zersetzer von Algen- und Moosaufwuchs; dient als Beutetier für Wirbellose und kleine Wirbeltiere.
Natürliche Feinde
Vögel, Spinnen, Laufkäfer und kleine Reptilien wie die Zauneidechse.
Konkurrenzarten
Andere Dornschrecken-Arten wie Tetrix undulata oder Tetrix subulata in überlappenden Habitaten.
Ökosystemleistung
Beitrag zum Nährstoffkreislauf durch den Verzehr von Pioniervegetation und Detritus.
Bedrohungen
Verlust von Pionierstandorten durch natürliche Sukzession, Aufforstung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die relativ langen Fühler, deren mittlere Glieder 3-4 mal so lang wie breit sind (Unterschied zu T. undulata). Das Pronotum ist meist lang ausgezogen und überragt die Hinterkniee deutlich. Die Mittelschenkel sind schmaler als der sichtbare Teil der Vorderflügel (Tegmina).
Lebensraum
Bevorzugt trocken-warme bis mäßig feuchte Standorte mit lückiger Vegetation. Typische Habitate sind Steinbrüche, Kiesgruben, sandige Brachen, Trockenrasen, Waldränder und Kahlschläge. Gilt als Pionierart der frühen Sukzessionsstadien.
Ernährung
Herbivor und detritivor; ernährt sich primär von Algen, Moosen, Flechten und organischem Detritus auf der Bodenoberfläche.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument und Zersetzer; dient als Beutetiere für verschiedene Wirbellose (z.B. Raubkäfer, Spinnen) sowie für kleine Wirbeltiere wie Eidechsen und insektenfressende Vögel.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Natürliche Sukzession (Verbuschung und Bewaldung offener Flächen), Verfüllung von Steinbrüchen und Kiesgruben, Aufgabe dynamischer Nutzungsprozesse in der Landschaft.
Bestandstrend
In Deutschland weit verbreitet und derzeit als stabil eingestuft, lokal jedoch durch den Verlust von Pionierstandorten gefährdet.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Schaffung von Offenbodenstellen durch gezieltes Management (z.B. Abschieben des Oberbodens, Entbuschung), Förderung der Dynamik in Abbaugebieten.