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Bodeninsekt

Langfühler-Dornschrecke

Tetrix tenuicornis

RL LC🔬 Zeigerart

Die Langfühler-Dornschrecke ist eine kleine Heuschreckenart aus der Familie der Dornschrecken. Sie zeichnet sich durch einen nach hinten verlängerten Halsschild aus, der den Hinterleib fast vollständig bedeckt. Die Färbung ist meist grau bis braun und dient der Tarnung auf offenem Boden. Namensgebend sind die im Vergleich zu verwandten Arten deutlich längeren und schlankeren Fühler.

Details

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Erkennungsmerkmale

Fühler etwa 1,5-mal so lang wie die Kopfhöhe; Halsschild meist bis zur Hinterleibsspitze reichend; Mittelschenkel etwa so breit wie der sichtbare Teil der Vorderflügel.

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Sozialverhalten

Einzelgängerisch; zeigt kein ausgeprägtes Sozialverhalten oder Schwarmbildung.

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Ernährung

Ernährt sich primär von Algen, Moosen, Flechten und organischem Detritus, der auf dem Boden gefunden wird.

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Laichsubstrat

Eier werden in feuchte Erde, Moospolster oder zwischen Pflanzenwurzeln abgelegt.

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Überwinterung

Überwinterung erfolgt meist als Larve (Nymphe) in fortgeschrittenem Stadium oder als adultes Tier in der Streuschicht.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Primärkonsument und Zersetzer von Algen- und Moosaufwuchs; dient als Beutetier für Wirbellose und kleine Wirbeltiere.

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Natürliche Feinde

Vögel, Spinnen, Laufkäfer und kleine Reptilien wie die Zauneidechse.

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Konkurrenzarten

Andere Dornschrecken-Arten wie Tetrix undulata oder Tetrix subulata in überlappenden Habitaten.

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Ökosystemleistung

Beitrag zum Nährstoffkreislauf durch den Verzehr von Pioniervegetation und Detritus.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Pionierstandorten durch natürliche Sukzession, Aufforstung oder intensive landwirtschaftliche Nutzung.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Dornschrecken

Erkennungsmerkmale

Charakteristisch sind die relativ langen Fühler, deren mittlere Glieder 3-4 mal so lang wie breit sind (Unterschied zu T. undulata). Das Pronotum ist meist lang ausgezogen und überragt die Hinterkniee deutlich. Die Mittelschenkel sind schmaler als der sichtbare Teil der Vorderflügel (Tegmina).

Lebensraum

Bevorzugt trocken-warme bis mäßig feuchte Standorte mit lückiger Vegetation. Typische Habitate sind Steinbrüche, Kiesgruben, sandige Brachen, Trockenrasen, Waldränder und Kahlschläge. Gilt als Pionierart der frühen Sukzessionsstadien.

Ernährung

Herbivor und detritivor; ernährt sich primär von Algen, Moosen, Flechten und organischem Detritus auf der Bodenoberfläche.

Rolle im Nahrungsnetz

Primärkonsument und Zersetzer; dient als Beutetiere für verschiedene Wirbellose (z.B. Raubkäfer, Spinnen) sowie für kleine Wirbeltiere wie Eidechsen und insektenfressende Vögel.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Natürliche Sukzession (Verbuschung und Bewaldung offener Flächen), Verfüllung von Steinbrüchen und Kiesgruben, Aufgabe dynamischer Nutzungsprozesse in der Landschaft.

Bestandstrend

In Deutschland weit verbreitet und derzeit als stabil eingestuft, lokal jedoch durch den Verlust von Pionierstandorten gefährdet.

Schutzmaßnahmen

Erhalt und Schaffung von Offenbodenstellen durch gezieltes Management (z.B. Abschieben des Oberbodens, Entbuschung), Förderung der Dynamik in Abbaugebieten.

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