Ackerhummel
Bombus pascuorum
Die Ackerhummel ist eine soziale Wildbienenart, die durch ihre bräunliche bis orangefarbene Behaarung am Thorax gekennzeichnet ist. Sie bildet einjährige Völker mit bis zu 150 Individuen und ist ein wichtiger Bestäuber für eine Vielzahl von Pflanzenarten. Die Art ist in fast allen Lebensräumen von Wäldern bis zu Gärten anzutreffen und hat eine vergleichsweise lange Flugzeit von März bis Oktober.

Details
Erkennungsmerkmale
Thorax meist fuchsrot oder gelbbraun behaart, Hinterleib mit grauen, schwarzen und bräunlichen Haarbinden, kein weißes Hinterleibsende.
Sozialverhalten
Eusozial; bildet einjährige Staaten mit einer Königin und Arbeiterinnen; Nester oft oberirdisch in Moos oder Gras.
Ernährung
Polylektisch; nutzt Nektar und Pollen von einer Vielzahl von Pflanzen, insbesondere Lippenblütler und Schmetterlingsblütler.
Überwinterung
Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern in geschützten Erdlöchern oder unter Laub.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für Wild- und Kulturpflanzen, besonders solche mit tiefen Blütenkelchen aufgrund des langen Rüssels.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Neuntöter), Krabbenspinnen, Kuckuckshummeln (Bombus campestris).
Konkurrenzarten
Andere Hummelarten wie die Dunkle Erdhummel sowie die Westliche Honigbiene bei Ressourcenknappheit.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Obstbäumen, Gemüsepflanzen und einer Vielzahl von heimischen Wildblumen.
Bedrohungen
Verlust von Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft, Einsatz von Pestiziden und Mangel an Nistplätzen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Lange Zunge (Longituba); Kopf deutlich länger als breit; Thoraxbehaarung ohne eingemischte schwarze Haare (Unterscheidungsmerkmal zu B. humilis); Körbchensammler (Corbicula) bei Weibchen vorhanden; gehört zur Gruppe der Pocket-maker (Taschenbildner) bei der Larvenfütterung.
Lebensraum
Euryök; besiedelt fast alle offenen und halboffenen Lebensräume inklusive Gärten, Parks, Waldränder, Wiesen und landwirtschaftliche Nutzflächen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Obwohl noch häufig, leidet die Art unter dem Verlust von blütenreichen Säumen, dem Einsatz von Breitbandinsektiziden (Neonicotinoide) und dem Mangel an Nistgelegenheiten in ausgeräumten Agrarlandschaften.
Bestandstrend
Stabil; gilt als eine der anpassungsfähigsten Hummelarten Mitteleuropas und ist in Deutschland nicht gefährdet (Rote Liste: Ungefährdet).
Schutzmaßnahmen
Förderung von extensiv genutzten Wiesen, Erhalt von Altgrasstreifen als Nistplatz, Anpflanzung heimischer Trachtpflanzen in Gärten (z.B. Taubnesseln, Beinwell).