Zauneidechse
Lacerta agilis
Die Zauneidechse ist eine gedrungene Eidechse, die eine Gesamtlänge von bis zu 25 cm erreicht. Ein markantes Merkmal ist der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus, bei dem die Männchen zur Paarungszeit leuchtend grüne Flanken aufweisen. Sie besiedelt bevorzugt sonnenexponierte, strukturreiche Lebensräume wie Magerrasen, Heideflächen und Bahndämme mit offenen Bodenstellen. Als wechselwarmes Tier nutzt sie gezielt Sonnenplätze zur Thermoregulation und verbringt den Winter in einer Kältestarre in frostsicheren Quartieren.
Details
Erkennungsmerkmale
Kräftiger Körperbau, kurzer Kopf, braunes Rückenband mit hellen Fleckenketten, grüne Flanken bei Männchen.
Sozialverhalten
Überwiegend einzelgängerisch; Männchen verteidigen Territorien und Weibchen während der Paarungszeit aggressiv.
Ernährung
Ernährt sich von Insekten wie Heuschrecken und Käfern sowie von Spinnen, Asseln und gelegentlich Jungtieren.
Jagdstrategie
Kombination aus aktiver Nahrungssuche und Lauerjagd auf dem Boden.
Laichsubstrat
Sonnige, lockere Sandböden für die Eiablage.
Überwinterung
Winterstarre von Oktober bis März in frostsicheren Erdlöchern, unter Wurzeln oder in Steinhaufen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiges Bindeglied im Nahrungsnetz als Konsument von Wirbellosen und Beute für Greifvögel und Schlangen.
Natürliche Feinde
Turmfalke, Mäusebussard, Neuntöter, Schlingnatter, Marder und Hauskatzen.
Konkurrenzarten
Waldeidechse (in Übergangszonen), Mauereidechse (bei Habitatüberlappung).
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch den Verzehr von Insekten.
Bedrohungen
Zerstörung von Grenzlinienelementen, Intensivierung der Landwirtschaft und Aufforstung von Offenland.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Kräftiger Körperbau mit kurzem Kopf und stumpfer Schnauze. Weiße Mittellinie auf dem Rücken oft unterbrochen. Deutliche Ocellenzeichnung an den Flanken. Gattung Lacerta.
Lebensraum
Strukturreiche, sonnenexponierte Übergangshabitate: Heideflächen, Mager- und Trockenrasen, Bahndämme, Waldränder, Steinbrüche und Weinberge mit offenen Bodenstellen.
Ernährung
Insekten (Käfer, Heuschrecken, Zikaden), Spinnen, Asseln, Regenwürmer und gelegentlich eigene Jungtiere (Kannibalismus).
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument; reguliert Insektenpopulationen und dient als wichtige Beute für Greifvögel und Schlangen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Habitatverlust durch Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft (Pestizideinsatz), Verbuschung von Offenland und Zerschneidung der Lebensräume.
Bestandstrend
Global stabil (LC), in Deutschland jedoch auf der Roten Liste als 'Gefährdet' (Kategorie 3) oder auf der Vorwarnliste eingestuft.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Vernetzung von Saumstrukturen, Anlage von Sandlinsen zur Eiablage, Entkusselung von Heideflächen, extensive Beweidung.