Pyramiden-Hundswurz
Anacamptis pyramidalis
Die Pyramiden-Hundswurz ist eine charakteristische Orchidee kalkhaltiger Trockenrasen. Sie erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern und bildet einen dichten, zunächst kegelförmigen, später zylindrischen Blütenstand aus. Die Blüten variieren farblich zwischen kräftigem Hellrot und zartem Rosa, selten kommen weiße Exemplare vor. Die Pflanze besitzt zwei eiförmige Knollen als Überdauerungsorgane.

Details
Habitatfunktion
Spezialisierter Bewohner von extremen Kalkstandorten.
Nährstoffaufnahme
Aufnahme von Nährstoffen in Symbiose mit Mykorrhizapilzen; angepasst an extrem nährstoffarme Böden.
Nahrungsquelle für
Tagfalter (z.B. Widderchen, Bläulinge) und Nachtfalter (z.B. Schwärmer).
Nutzung durch Menschen
Keine wirtschaftliche Nutzung; früher Verwendung der Knollen zur Salep-Gewinnung (heute streng verboten).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Nektarquelle für Tagfalter und Nachtfalter; bildet obligate Mykorrhiza-Symbiosen mit Bodenpilzen (z.B. Rhizoctonia).
Natürliche Feinde
Schnecken (Blattfraß), Wildschweine (Wühlen nach Knollen), Weidevieh bei zu früher Beweidung.
Konkurrenzarten
Hochwüchsige Gräser und verbuschende Gehölze bei mangelnder Mahd oder Beweidung.
Ökosystemleistung
Unterstützung der Bestäuber-Biodiversität; ästhetischer Wert in der Landschaft.
Bedrohungen
Habitatverlust durch Eutrophierung (Stickstoffeintrag), Nutzungsaufgabe von Magerrasen und Umwandlung in Ackerland.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Ausschließlich generativ über Samen; für die Keimung ist eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen (Rhizoctonia-Komplex) zwingend erforderlich.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Eutrophierung durch atmosphärische Stickstoffeinträge, Nutzungsaufgabe und nachfolgende Verbuschung, Umbruch von Magerrasen in Ackerland.