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Bakterium/Virus

Microviridae

Microviridae

RL NE

Die Microviridae sind eine Familie von Viren, die Bakterien infizieren und ein kreisförmiges, einzelsträngiges DNA-Genom besitzen. Sie zeichnen sich durch ein kleines, ikosaedrisches Kapsid ohne Hülle aus, das einen Durchmesser von etwa 25 bis 30 Nanometern aufweist. Ein bekannter Vertreter dieser Familie ist der Bakteriophage phiX174, der als erster Organismus vollständig sequenziert wurde. Diese Viren spielen eine wichtige Rolle in der mikrobiellen Ökologie, indem sie Bakterienpopulationen in verschiedenen Umgebungen kontrollieren.

Details

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Erkennungsmerkmale

Ikosaedrisches Kapsid mit T=1 Symmetrie; oft mit markanten Protein-Spikes an den 12 Ecken des Ikosaeders; Genom besteht aus ringförmiger ssDNA.

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Ernährung

Obligate Parasiten von Bakterien (z. B. Enterobakterien, Chlamydien, Spiroplasmen); sie nutzen den Replikationsapparat der Wirtszelle.

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Jagdstrategie

Adsorption an spezifische Rezeptoren der Bakterienzellwand und Injektion des viralen Genoms.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Regulierung der Bakteriendichte in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen sowie im menschlichen Mikrobiom; Beitrag zum horizontalen Gentransfer.

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Natürliche Feinde

Abbau durch Enzyme (Proteasen/Nucleasen) in der Umwelt oder Inaktivierung durch UV-Strahlung.

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Konkurrenzarten

Andere Bakteriophagen-Familien, die dieselben Wirtsbakterien infizieren.

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Ökosystemleistung

Kontrolle pathogener Bakterien und Aufrechterhaltung des mikrobiellen Gleichgewichts.

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Bedrohungen

Umweltfaktoren wie extreme Hitze oder pH-Werte, die das Kapsid denaturieren.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Microviridae

Lebensraum

Microviridae sind ubiquitär verbreitet. Sie finden sich in marinen und limnischen Gewässern, im Boden sowie in signifikanten Mengen im Darmmikrobiom von Menschen und Tieren (Virom).

Ökologische Rolle

Microviridae spielen eine wichtige Rolle bei der Kontrolle bakterieller Populationen und beeinflussen die mikrobielle Gemeinschaftsstruktur. Sie tragen zum horizontalen Gentransfer bei und sind Teil des 'Viral Shunt', der organische Materie für andere Mikroorganismen verfügbar macht.

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