Nutria
Myocastor coypus
Die Nutria ist ein großes, semiaquatisches Nagetier, das ursprünglich aus Südamerika stammt und durch Pelzzuchten weltweit verbreitet wurde. Sie zeichnet sich durch ihre markanten orangefarbenen Nagezähne und einen runden, fast nackten Schwanz aus. In vielen Regionen, einschließlich Europa, gilt sie als invasive Art, da sie durch ihre Wühltätigkeit Uferstrukturen schädigt und die lokale Vegetation stark beeinflussen kann.

Details
Erkennungsmerkmale
Orangefarbene Nagezähne, weißliche Schnauzenpartie mit langen Tasthaaren, runder Schwanz, Schwimmhäute an den Hinterfüßen.
Sozialverhalten
Lebt in Familienverbänden oder kleinen Kolonien, die meist von einem dominanten Weibchen angeführt werden.
Ernährung
Hauptsächlich pflanzlich (Wasserpflanzen, Wurzeln, Blätter, landwirtschaftliche Kulturen), gelegentlich auch tierische Kost wie Muscheln oder Schnecken.
Jagdstrategie
Keine Jagdstrategie; Weidetier und Sammler.
Überwinterung
Aktiv; hält keinen Winterschlaf, ist jedoch kälteempfindlich und erleidet bei strengem Frost oft Erfrierungen am Schwanz.
Ökologie
Ökologische Rolle
Invasiver Konsument, der durch Fraßdruck die Vegetation verändert und durch Bautätigkeit die Uferstabilität sowie den Hochwasserschutz gefährdet.
Natürliche Feinde
In der Heimat Alligatoren und Pumas; in Europa Jungtiere durch Füchse, Greifvögel und große Hechte.
Konkurrenzarten
Bisamratte, Biber.
Ökosystemleistung
Gering; in der ursprünglichen Heimat Regulation von Wasserpflanzenbeständen.
Bedrohungen
Strenge Winter mit langanhaltendem Frost, Bejagung durch den Menschen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große, orangefarbene Schneidezähne; runder, fast haarloser Schuppenschwanz; Schwimmhäute an den Hinterfüßen (zwischen den ersten vier Zehen); weiße Barthaare; Zitzen bei Weibchen seitlich am Rücken angeordnet.
Lebensraum
Uferbereiche von stehenden oder langsam fließenden Gewässern, Sümpfe, Seen und Kanäle mit reicher Ufervegetation. Bevorzugt eisfreie Gewässer im Winter.