Sack-Rädertier
Asplanchna
Das Sack-Rädertier ist ein transparentes, sackförmiges Planktonlebewesen, das durch seine beachtliche Größe von bis zu 2,5 mm auffällt. Es besitzt keinen Fuß und bewegt sich mittels eines ausgeprägten Wimpernkranzes (Corona) fort. Als aktiver Räuber ernährt es sich von anderen Rädertieren, Einzellern und kleinen Krebstieren, wobei es seine Beute oft im Ganzen verschlingt.

Details
Erkennungsmerkmale
Sackförmiger, transparenter Körper; fehlender Fuß; kräftige, ausstülpbare Kiefer (Trophi); oft sichtbare Embryonen im Inneren.
Sozialverhalten
Meist einzel lebend im Pelagial, kann aber bei optimalen Bedingungen sehr hohe Individuendichten erreichen.
Ernährung
Räuberisch; ernährt sich von kleineren Rädertieren (z.B. Keratella), Wimpertierchen, Flagellaten und Algen.
Jagdstrategie
Lauertaktik kombiniert mit aktiver Suche; Beute wird durch Berührungsreize erkannt und mit den Kiefern gepackt.
Laichsubstrat
Pelagisch; Dauereier sinken in das Sediment ab.
Überwinterung
Bildung von dickschaligen Dauereiern (Dauereier), die am Gewässergrund ungünstige Bedingungen überdauern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Spitzenprädatoren innerhalb der Rädertier-Gemeinschaft; reguliert die Planktonzusammensetzung.
Natürliche Feinde
Planktivore Fische, räuberische Copepoden (Ruderfußkrebse) und Wasserflöhe wie Leptodora.
Konkurrenzarten
Andere räuberische Zooplankter wie Chaoborus-Larven.
Ökosystemleistung
Trägt zum Energietransfer von Kleinstlebewesen zu höheren trophischen Ebenen (Fischen) bei.
Bedrohungen
Chemische Wasserverschmutzung und starke Veränderungen im Nahrungsnetz durch invasive Arten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große, sackartige Gestalt ohne Fuß; Besitz von kräftigen, greifenden Kaugabeln (Trophi vom Incudat-Typ) zum Ergreifen von Beute; oft ausgeprägter Polymorphismus (saccate, cruciform und campanulate Morphen), der durch chemische Signale von Beutetieren oder Räubern induziert wird (Phänotypische Plastizität).
Fortpflanzung
Heterogonie: Wechsel zwischen obligater oder fakultativer Parthenogenese (Jungfernzeugung) während günstiger Bedingungen und sexueller Fortpflanzung bei Stress oder hoher Populationsdichte.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Spitzenprädator innerhalb der Rädertier-Gemeinschaft; reguliert die Abundanz kleinerer Zooplankter und dient als Bindeglied zwischen dem mikrobiellen Netz und höheren trophischen Ebenen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Klimawandel (Veränderung der thermischen Schichtung), extreme Eutrophierung (Sauerstoffmangel im Hypolimnion) und invasive Arten, die das Nahrungsgefüge destabilisieren.