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Fisch

Graskarpfen

Ctenopharyngodon idella

RL LC🦅 Wanderart

Der Graskarpfen ist ein großwüchsiger Fisch mit einem torpedoförmigen Körper und auffallend großen Schuppen. Er stammt ursprünglich aus den großen Flusssystemen Ostasiens und wurde weltweit zur biologischen Kontrolle von Wasserpflanzen eingeführt. Als adulter Fisch ernährt er sich fast ausschließlich von Makrophyten und kann täglich Mengen fressen, die seinem eigenen Körpergewicht entsprechen.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Keine Barteln, sehr große Schuppen mit dunklem Rand (Netzzeichnung), breiter Kopf mit endständigem bis leicht unterständigem Maul, kurzer Ansatz der Rückenflosse.

🐠

Sozialverhalten

Jungfische leben in großen Schwärmen; adulte Tiere sind gesellig, bilden aber kleinere Gruppen oder leben bei Nahrungsmangel eher einzelgängerisch.

🍽️

Ernährung

Jungtiere fressen Zooplankton und kleine Insektenlarven; ab einer Länge von ca. 10 cm erfolgt die Umstellung auf fast rein pflanzliche Kost (Makrophyten, Algen).

🎯

Jagdstrategie

Nicht jagend; weidet aktiv Unterwasservegetation ab und nimmt bei hohen Temperaturen auch überhängende Gräser auf.

🥚

Laichsubstrat

Pelagisch; Eier werden ins freie Wasser abgegeben und benötigen eine starke Strömung, um in der Schwebe zu bleiben.

❄️

Überwinterung

Winterruhe in tiefen, strömungsarmen Gewässerbereichen bei stark reduziertem Stoffwechsel.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Primärkonsument; kann durch Kahlfraß die Gewässerstruktur massiv verändern und Lebensraum für andere Arten vernichten.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Wels und Kormoran (für Jungfische); ausgewachsene Tiere haben aufgrund ihrer Größe kaum natürliche Feinde.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere herbivore Fische sowie Wasservögel (z.B. Blässhühner) bei der Nahrungssuche.

🌟

Ökosystemleistung

Regulierung von Massenentwicklungen von Wasserpflanzen in Nutzhäfen oder Kanälen.

⚠️

Bedrohungen

In der Heimat Lebensraumverlust durch Flussverbauung; global durch Überfischung in natürlichen Beständen.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Karpfenfische (Cyprinidae)
Körperlänge
40 – 150 cm
Maximalgröße
150
Gewicht
1 – 45 kg
Maximalgewicht
45
Lebenserwartung
10 – 30 years
Körperform
Langgestreckt, torpedoförmig und fast drehrund; der Kopf ist breit und oberseits abgeflacht.
Schuppenformel
34-45 (SL) / 6.5-7.5 / 5
Flossenformel
D III/7, A III/7-8, P I/17, V II/8

Färbung

Rücken dunkeloliv bis bräunlich; Flanken heller mit goldenem oder silbrigem Glanz; Bauch weißlich. Die großen Schuppen sind dunkel umrandet, was ein netzartiges Muster ergibt.

Erkennungsmerkmale

Keine Barteln vorhanden; endständiges Maul; sehr breite Stirn; Schuppenformel der Seitenlinie 34-45; Schlundzähne zweireihig und gesägt.

Verwechslungsarten

Döbel (Squalius cephalus - hat größere Afterflosse), Schwarzer Amur (Mylopharyngodon piceus - dunkler, andere Schlundzähne), Karpfen (Cyprinus carpio - besitzt Barteln).

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln während der Laichzeit einen feinen Laichausschlag an den Innenseiten der Brustflossen.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0 – 30 m
Temperaturbereich
0 – 38 °C
pH-Bereich
6.5 – 9 pH

Fischregion

Brachsenregion (Potamon) sowie stehende Gewässer (Seen, Teiche).

Bevorzugte Zone

Ufernahe Bereiche (Litoral) mit reichem Makrophytenbewuchs.

Strömungspräferenz

Bevorzugt Stillgewässer oder sehr langsam fließende Abschnitte großer Ströme.

Substratpräferenz

Schlammiger oder sandiger Boden mit dichtem Unterwasserpflanzenbewuchs.

Sauerstoffbedarf

Gering; kann kurzzeitig sehr niedrige Sauerstoffkonzentrationen (bis ca. 2 mg/L) tolerieren.

Migration

Migrationstyp
Potamodrom (Süßwasser-Wanderer)
Wanderdistanz
50 – 500 km

Wanderverhalten

Wandert zur Fortpflanzung in die Oberläufe großer Flüsse mit starker Strömung; benötigt turbulentes Wasser für die Eientwicklung.

Fortpflanzung

LaichzeitMai – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
18 – 30 °C
Eizahl
500000 – 2000000 eggs
Eigröße
1 – 2.5 mm
Brutdauer (Tage)
1 – 3 days
Geschlechtsreife (Jahre)
4 – 10 years

Laichsubstrat

Pelagisch; die Eier werden ins freie Wasser abgegeben und driften in der Strömung.

Larvalphase

Nach ca. 30-40 Stunden schlüpfen die Larven, driften in strömungsberuhigte Zonen und ernähren sich zunächst von Zooplankton.

Brutpflege

Keine Brutpflege.

Ernährung

Aktivität
Tagaktiv

Ernährungstyp

Herbivor (Pflanzenfresser).

Nahrung Jungfische

Zooplankton, kleine Invertebraten (z. B. Chironomiden-Larven).

Nahrung erwachsen

Höhere Wasserpflanzen (Makrophyten), Algen und ins Wasser hängende Landpflanzen.

Jagdstrategie

Aktives Abweiden von Vegetation; kann bei hohen Temperaturen täglich Mengen bis zum Eigengewicht fressen.

Schwarmverhalten

Gesellig; bildet besonders in Jugendstadien Schulen, im Alter oft in kleineren Gruppen.

Ökologische Bedeutung

Saprobie-Wert
2

Rolle im Nahrungsnetz

Primärkonsument; kann durch massiven Fraß die Gewässerstruktur und Nährstoffdynamik stark beeinflussen (Ökosystem-Ingenieur).

Natürliche Feinde

Hecht, Wels, Zander und fischfressende Vögel (z. B. Kormoran) für Jungfische; adulte Tiere haben kaum Fressfeinde.

Konkurrenten

Konkurrenz um Lebensraum mit heimischen Cypriniden; Nahrungskonkurrenz zu anderen herbivoren Arten (in Europa selten).

Parasiten

Bothriocephalus acheilognathi (Asiatischer Bandwurm), diverse Trematoden und Ektoparasiten.

Bioindikator-Funktion

Indikator für anthropogen beeinflusste, eutrophe Gewässer (oft durch Besatz zur Algenkontrolle).

Fischerei & Recht

Fischereiliche Regelung

In Deutschland oft Besatzfisch; in einigen Bundesländern besteht aufgrund des invasiven Potenzials ein Besatzverbot oder eine Entnahmepflicht.

Schonzeit

Meist keine gesetzliche Schonzeit, da gebietsfremde Art.

Wirtschaftliche Nutzung

Wichtiger Speisefisch in der globalen Aquakultur (besonders China); biologische Entkrautung von Nutzwasserwegen.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht bewertet (NE)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Status nicht auf Standardskala

Hauptbedrohungen

In der Heimat durch Überfischung und Flussverbauung bedroht; in Europa als Neozoon eher eine Bedrohung für heimische Ökosysteme.

Bestandstrend

Stabil bis zunehmend durch weltweite Verschleppung und Besatzmaßnahmen.

Schutzmaßnahmen

In Europa keine Schutzmaßnahmen; Management zielt oft auf die Begrenzung der Ausbreitung ab.

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