Spindelförmige Zieralge
Closterium acerosum
Die Spindelförmige Zieralge gehört zur Ordnung der Desmidiales und ist ein typischer Vertreter der Zieralgen. Sie zeichnet sich durch lange, schmale Zellen aus, die an den Enden zugespitzt sind und in der Mitte zwei große Chloroplasten besitzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Zieralgen fehlt ihr die zentrale Einschnürung (Sinus). Sie kommt vor allem in stehenden, nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen Gewässern sowie in Mooren vor.

Details
Sauerstoffproduktion
Produziert Sauerstoff als Nebenprodukt der Photosynthese.
Habitatfunktion
Teil des Phytoplanktons, welches die Basis des aquatischen Nahrungsnetzes bildet.
Nährstoffaufnahme
Nimmt gelösten Stickstoff und Phosphor zur Biomassebildung auf.
Nahrungsquelle für
Zooplankton und benthische Mikroinvertebraten.
Nutzung durch Menschen
Wird in der Forschung als Modellorganismus für Zellbiologie und Morphogenese verwendet.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärproduzent in aquatischen Systemen; dient als Nahrungsgrundlage für Mikrofauna.
Natürliche Feinde
Einzeller (Ciliaten), Rädertierchen, kleine Krebstiere.
Konkurrenzarten
Andere Phytoplankton-Arten wie Kieselalgen oder andere Grünalgen.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion und Kohlenstofffixierung in Binnengewässern.
Bedrohungen
Eutrophierung der Gewässer, Pestizideintrag, Zerstörung von Mooren.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große, robuste Zellen mit einer zentralen Reihe von 7 bis 15 Pyrenoiden pro Halbzelle. Die Zellwand ist glatt und farblos, kann aber im Alter gelblich oder bräunlich werden. Charakteristisch sind die Endvakuolen, die zahlreiche tanzende Gipskristalle (Baryt) enthalten.
Fortpflanzung
Asexuell durch vegetative Zellteilung; sexuell durch Konjugation, bei der zwei Zellen fusionieren und eine dickwandige, meist glatte und kugelige Zygospore bilden.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Verlust von Kleingewässern durch Zuschüttung oder Entwässerung; extreme Versauerung von Habitaten.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Neuanlage von Tümpeln und Teichen; Reduktion von Pestizideinträgen in Agrarlandschaften.