Müllers Glanzläufer
Agonum muelleri
Müllers Glanzläufer ist ein 7 bis 9,5 Millimeter langer Laufkäfer aus der Familie der Carabidae. Er zeichnet sich durch eine metallisch glänzende, meist bronze- oder grünfarbene Oberseite aus. Die Art besiedelt bevorzugt offene, mäßig feuchte Habitate wie Äcker, Wiesen und Brachflächen. Er ist ein flinker Jäger, der im Gegensatz zu vielen anderen Laufkäfern häufig am Tag aktiv ist.

Details
Erkennungsmerkmale
Metallischer Glanz, drei Porenpunkte auf dem dritten Flügeldeckenintervall, Halsschildbasis grob punktiert, Beine meist dunkel.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, kann aber in geeigneten Habitaten in sehr hohen Individuendichten auftreten.
Ernährung
Generalistischer Räuber von kleinen Wirbellosen wie Blattläusen, Milben und Insekteneiern; nimmt gelegentlich auch Pflanzensamen auf.
Jagdstrategie
Aktive Suche und Verfolgung von Beute auf der Bodenoberfläche.
Laichsubstrat
Eier werden in feuchte Erde oder unter flache Steine abgelegt.
Überwinterung
Überwintert als erwachsener Käfer (Imago) in Bodenritzen oder unter Pflanzenresten.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger natürlicher Regulator von Agrarschädlingen in der offenen Landschaft.
Natürliche Feinde
Insektenfressende Vögel, Spitzmäuse, Igel sowie größere räuberische Insekten und Spinnen.
Konkurrenzarten
Andere Arten der Gattung Agonum sowie Laufkäfer der Gattung Poecilus.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr von Pflanzenschädlingen.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft, hoher Pestizideinsatz und Verlust von Feldrandstrukturen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die drei Porenpunkte auf dem dritten Flügeldeckenintervall. Der Halsschild ist deutlich breiter als lang, an den Seiten gerundet und besitzt verrundete Hinterwinkel. Die Gattung Agonum zeichnet sich durch das Fehlen eines Kinnzahns und die spezifische Anordnung der Borstenpunkte aus. Agonum muelleri ist im Vergleich zu verwandten Arten oft durch den Farbkontrast zwischen Halsschild und Elytren erkennbar.
Lebensraum
Eurytope Offenlandart. Sie besiedelt bevorzugt landwirtschaftliche Nutzflächen (Äcker), Gärten, Ruderalstellen, kurzgrasige Wiesen und Brachen. Sie gilt als Pionierbesiedler auf offenen, vegetationsarmen Böden.
Ernährung
Polyphager Prädator und Geophag; ernährt sich von kleinen Arthropoden (Blattläuse, Milben, Springschwänze), Insekteneiern und Larven, nimmt aber auch gelegentlich pflanzliche Kost wie Samen auf.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator in Agrarökosystemen zur biologischen Schädlingskontrolle; dient als Beute für insektenfressende Vögel, Amphibien und kleine Säugetiere.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensive Landwirtschaft mit hohem Insektizideinsatz, tiefes Pflügen während der Puppenruhe, Verlust von Saumstrukturen und Feldrainen als Überwinterungshabitate.
Bestandstrend
Stabil; die Art ist weit verbreitet und in Mitteleuropa eine der häufigsten Agonum-Arten im Offenland.
Schutzmaßnahmen
Förderung von Ackerrandstreifen, Anlage von Blühstreifen, Reduktion des Pestizideinsatzes und Erhalt von Brachflächen zur Vernetzung von Lebensräumen.