Braunes Langohr
Plecotus auritus
Das Braune Langohr ist eine mittelgroße Fledermausart, die vor allem durch ihre fast körperlangen Ohren auffällt. Es bewohnt bevorzugt lockere Laub- und Mischwälder sowie Gärten und Parks mit altem Baumbestand. Die Art ist ein geschickter Flieger, der Insekten sowohl im Flug fängt als auch von Oberflächen wie Blättern absammelt (Gleaning). Tagsüber ruhen die Tiere in Baumhöhlen, Nistkästen oder ruhigen Dachböden.

Details
Erkennungsmerkmale
Sehr große Ohren (31–41 mm), langer Tragus, bräunliches Rückenfell, langer Daumen (> 6 mm) mit kräftiger Kralle.
Sozialverhalten
Bildet kleine Wochenstubenkolonien von 10 bis 50 Weibchen; Männchen leben im Sommer oft einzelgängerisch.
Ernährung
Hauptsächlich Nachtfalter, aber auch Käfer, Fliegen, Mücken, Ohrwürmer und Spinnen.
Jagdstrategie
Kombination aus Jagdflug und Absammeln von Beute (Gleaning) unter Nutzung des Passivhörens von Krabbelgeräuschen.
Überwinterung
Winterschlaf in kühlen, feuchten Quartieren wie Höhlen, Stollen oder Kellern bei Temperaturen von 2–7 °C.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Regulator von Insektenpopulationen, insbesondere von forstwirtschaftlich relevanten Schädlingen.
Natürliche Feinde
Eulen (insbesondere Schleiereule und Waldkauz), Hauskatzen, Marder.
Konkurrenzarten
Graues Langohr (Plecotus austriacus) in Regionen mit Habitatüberlappung.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr von Insekten in Wäldern und Obstgärten.
Bedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierung, Einsatz von Insektiziden, Intensivierung der Forstwirtschaft.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Extrem große Ohren (31–41 mm), die an der Basis verwachsen sind; langer Daumen (> 6,5 mm) mit langer Kralle (> 2 mm); schmaler Tragus.
Lebensraum
Waldgebundene Art; bevorzugt strukturreiche Laub- und Mischwälder, Parks, Gärten und Streuobstwiesen; bis in Gebirgslagen über 2000 m.