Zum Inhalt springen
Vogel

Dunkler Wasserläufer (Dunkler Sumpfläufer)

Tringa erythropus

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Der Dunkle Wasserläufer ist ein Zugvogel, der in den Mooren und der Tundra Nordeurasiens brütet. Im Sommer trägt er ein charakteristisches, rußschwarzes Prachtkleid mit feinen weißen Punkten, während er im Winter oberseits aschgrau erscheint. Er zeichnet sich durch seine langen, dunkelroten Beine und einen langen, geraden Schnabel mit markanter roter Basis am Unterschnabel aus.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Schwarzes Prachtkleid (Sommer), lange rote Beine, langer Schnabel mit roter Basis, weißer Rückenkeil im Flug sichtbar.

🐠

Sozialverhalten

Während des Zuges oft in Gruppen vergesellschaftet; brütet solitär oder in lockeren Gruppen.

🍽️

Ernährung

Insekten, Larven, kleine Krebstiere, Mollusken und gelegentlich kleine Fische.

🎯

Jagdstrategie

Pickt Nahrung von der Wasseroberfläche oder stochert im Schlamm; kann auch schwimmend gründeln.

🥚

Laichsubstrat

Bodenbrüter; Nest in einer flachen, mit Pflanzenteilen ausgelegten Mulde in feuchter Tundra.

❄️

Überwinterung

Saisonale Migration in subtropische und tropische Regionen.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Prädator von aquatischen Invertebraten; Bindeglied zwischen arktischen Brutgebieten und tropischen Rastgebieten.

🦅

Natürliche Feinde

Greifvögel, Raubmöwen, Polarfüchse.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere Tringa-Arten wie Rotschenkel oder Grünschenkel.

🌟

Ökosystemleistung

Regulierung von wirbellosen Populationen in Feuchtgebieten.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Rast- und Brutgebieten durch Trockenlegung und Klimawandel.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Schnepfenvögel
Ordnung
Regenpfeiferartige
Körperlänge
29 – 33 cm
Flügelspannweite
61 – 67 cm
Gewicht
110 – 230 g
Lebenserwartung
6 years
Beinfarbe
Dunkelrot bis schwarzrot (Brutzeit) oder leuchtend rot (Schlichtkleid).

Brutkleid

Fast einheitlich rußschwarz mit feiner weißer Tüpfelung auf der Oberseite; Beine im Prachtkleid dunkelrot bis fast schwarz wirkend.

Schlichtkleid

Oberseite hellgrau, Unterseite weißlich; deutlicher weißer Überaugenstreif; Beine leuchtend rot.

Jugendkleid

Oberseite dunkelbraun mit dichter weißer Fleckung; Unterseite fein graubraun gebändert; Beine eher orange-rot.

Geschlechtsdimorphismus

Gering; Weibchen im Prachtkleid oft etwas weniger intensiv schwarz und stärker weiß gefleckt als Männchen.

Erkennungsmerkmale

Langer, dünner Schnabel mit leicht abwärts gebogener Spitze (Unterschnabelbasis rot); im Flug weißer Keil auf dem Rücken (Bürzel), keine weißen Flügelbinden.

Verwechslungsarten

Rotschenkel (Tringa totanus) - dieser ist kleiner, hat einen weißen Flügelhinterrand und einen kürzeren Schnabel.

Schnabel

Lang, gerade und dünn; Spitze des Oberschnabels leicht überhängend und abwärts gebogen; Basis des Unterschnabels charakteristisch rot.

Stimme

Rufaktivität
Hauptsächlich im Brutgebiet (Mai bis Juni) sowie während des Zuges.

Gesang

Ein rhythmisches, flötendes "tjü-ii-tjü-ii", meist im Singflug vorgetragen.

Rufe

Charakteristisches, zweisilbiges und peitschenknallartiges "tju-it".

Verbreitung & Migration

Zugverhalten
Langstreckenzieher
Ankunft (Monate)Apr – Mai
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Abzug (Monate)Jul – Okt
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D

Brutverbreitung

Arktische Tundra und Waldtundra von Nord-Skandinavien über Nord-Russland bis Nordost-Sibirien.

Überwinterungsgebiet

Mittelmeerraum, Afrika südlich der Sahara, Vorderasien, Indien und Südostasien.

Zugverhalten Details

Langstreckenzieher; zieht in breiter Front über das Binnenland und entlang der Küsten; nutzt traditionelle Rastplätze.

Habitat

Reviergröße
Nicht streng territorial; oft in lockeren Gruppen brütend, wobei die Nester weit verteilt sein können.

Bruthabitat

Offene, feuchte Moore, Seggensümpfe und lichte Taiga-Wälder in der Nähe der Baumgrenze.

Nahrungshabitat

Schlammflächen, flache Lagunen, Salzpfannen, überschwemmte Wiesen und Klärteiche; oft in tieferem Wasser als andere Tringa-Arten.

Brutbiologie

BrutzeitMai – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Neststandort
Bodenbrüter
Gelegegröße
3 – 4 eggs
Bruten pro Jahr
1 – 1 broods
Brutdauer (Tage)
22 – 25 days
Nestlingszeit (Tage)
28 – 35 days

Nestbau

Flache Mulde am Boden, spärlich mit trockenen Pflanzenteilen ausgekleidet, oft im Schutz von Zwergsträuchern oder Grasbülten.

Eier

Birnenförmig, olivgrün bis bräunlich mit kräftigen dunkelbraunen Flecken.

Brutpflege

Überwiegend durch das Männchen; Weibchen verlässt das Gelege oft kurz nach dem Schlüpfen der Jungen zur Migration.

Ernährung & Verhalten

Aktivität
Tagaktiv

Nahrung Brutzeit

Wasserinsekten (Käfer, Wanzen), Larven (insb. Zuckmücken) und kleine Krebstiere.

Nahrung Winter

Kleine Fische, Weichtiere, Ringelwürmer und diverse aquatische Insekten.

Nahrungserwerb

Pickend oder seitlich im Wasser schwenkend (ähnlich Säbelschnäbler); schwimmt häufig und gründelt dabei.

Jagdstrategie

Aktive Suche in flachem bis bauchstiefem Wasser; nutzt oft tiefere Bereiche als andere Wasserläufer durch Schwimmfähigkeit.

Sozialverhalten

Gesellig; bildet auf dem Zug und in den Winterquartieren oft große, dichte Trupps.

Schwarmverhalten

Dichte Schwärme bei der Nahrungssuche; oft vergesellschaftet mit anderen Limikolen wie dem Grünschenkel.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Lebensraumverlust durch Entwässerung von Mooren, Klimawandel in den arktischen Brutgebieten und Störungen an wichtigen Rastplätzen.

Bestandstrend

Stabil bis leicht abnehmend; die globale Population wird auf etwa 110.000 bis 270.000 Individuen geschätzt.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Management von Feuchtgebieten (Ramsar-Gebiete), Erhalt störungsfreier Rastplätze entlang der Zugrouten.

Quellen

Wikipedia →