Beuteltierchen
Keratella quadrata
Das Beuteltierchen (Keratella quadrata) ist ein weit verbreitetes Rädertierchen, das charakteristisch für das Zooplankton in Binnengewässern ist. Es besitzt einen festen Panzer (Lorica) mit Dornen, der dem Schutz vor Fressfeinden dient. Die Fortbewegung und Nahrungsaufnahme erfolgen mithilfe eines Räderorgans am Vorderende. Es spielt eine zentrale Rolle im aquatischen Nahrungsnetz als Bindeglied zwischen Phytoplankton und größeren Konsumenten.
Details
Erkennungsmerkmale
Fester Panzer mit sechs vorderen Dornen, meist zwei hinteren Dornen, hexagonale Musterung auf der Oberseite.
Sozialverhalten
Solitär lebend, tritt jedoch oft in hohen Individuendichten im Plankton auf.
Ernährung
Ernährt sich von Phytoplankton, Bakterien und organischem Detritus.
Jagdstrategie
Filtrierer; erzeugt mit dem Räderorgan einen Wasserstrom, der Nahrungspartikel zum Mund führt.
Laichsubstrat
Eier werden oft am Körper getragen oder ins freie Wasser abgegeben.
Überwinterung
Bildung von Dauereiern, die ungünstige Bedingungen im Sediment überdauern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärkonsument; wandelt Energie aus Algen in Biomasse für Fische und größere Invertebraten um.
Natürliche Feinde
Jungfische, räuberisches Zooplankton (z.B. Asplanchna), Wasserflöhe.
Konkurrenzarten
Andere Rädertierchen und Cladoceren (Wasserflöhe).
Ökosystemleistung
Nahrungsquelle für Fischlarven; trägt zur Selbstreinigung des Wassers bei.
Bedrohungen
Eutrophierung (indirekt), Pestizide, Versauerung der Gewässer.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Sechs Vorderdorne, wobei die mittleren am längsten und oft nach außen gebogen sind. Zwei Hinterdorne, deren Länge stark variieren kann (Cyclomorphose). Die zentrale Facettenreihe auf dem Rückenpanzer besteht meist aus drei bis vier hexagonalen Feldern. Unterscheidung von K. cochlearis durch das Vorhandensein von zwei Hinterdornen und die Form der Felderung.
Fortpflanzung
Heterogonie: Überwiegend parthenogenetische Vermehrung durch amiktische Weibchen; unter Stressbedingungen (Dichte, Nahrungsmangel) treten miktische Weibchen auf, die haploide Eier (Männchen) oder nach Befruchtung Dauereier produzieren.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Primärkonsument und Bindeglied zwischen dem mikrobiellen Loop (Bakterien/Detritus) und höheren trophischen Ebenen (Fische).
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Keine unmittelbaren Gefährdungen bekannt; die Art ist weit verbreitet und profitiert oft von anthropogener Eutrophierung.