Echter Hopfen
Humulus lupulus
Der Echte Hopfen ist eine ausdauernde, krautige Kletterpflanze, die in Mitteleuropa heimisch ist und bevorzugt in stickstoffreichen Auwäldern wächst. Er ist zweihäusig getrenntgeschlechtig, wobei die weiblichen Blütenstände (Hopfendolden) aufgrund ihrer Bitterstoffe und ätherischen Öle weltweit kultiviert werden. Die Pflanze nutzt Kletterhaken an den Stängeln, um an Bäumen oder Rankhilfen bis zu zehn Meter emporzuwachsen.

Details
Habitatfunktion
Dient als Wirtspflanze für Raupen (z. B. C-Falter, Tagpfauenauge) und als Nistplatz für Kleinvögel.
Nährstoffaufnahme
Hohe Stickstoffaufnahme aus dem Boden und dem oberflächennahen Grundwasser.
Nahrungsquelle für
Raupen des Tagpfauenauges (Aglais io), des C-Falters (Polygonia c-album) und der Hopfen-Schnabeleule.
Nutzung durch Menschen
Primär als Bitter- und Aromastoff in der Bierbrauerei; medizinisch als Sedativum bei Schlafstörungen verwendet.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Nahrungspflanze für spezialisierte Insekten; bietet dichte Deckung in Ufersäumen.
Konkurrenzarten
Andere Lianen wie die Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba).
Ökosystemleistung
Uferschutz durch Durchwurzelung; Lebensraum für Bestäuber und Vögel.
Bedrohungen
Verlust von Auwäldern; invasive Neophyten, die heimische Ufervegetation verdrängen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Generativ durch Windbestäubung und Samenausbreitung (Hydrochorie/Anemochorie); vegetativ sehr effektiv durch Rhizomausläufer.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von natürlichen Auenhabitaten durch Flussbegradigung, Entwässerung und intensive forstwirtschaftliche Umwandlung.