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Vogel

Lachmöwe

Chroicocephalus ridibundus

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Die Lachmöwe ist eine kleine Möwenart, die durch ihren schokoladenbraunen Kopf im Sommer und den weißen Kopf mit dunklem Ohrfleck im Winter erkennbar ist. Sie ist ein opportunistischer Allesfresser und besiedelt sowohl Küsten- als auch Binnengewässer in großen Teilen Eurasiens. Ihr Flug ist leicht und wendig, und sie ist bekannt für ihr geselliges Verhalten in großen, oft lärmenden Brutkolonien.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Dunkelbraune Kopfmaske (Sommer), roter Schnabel und Beine, weißer Vorderrand des Außenflügels, grauer Rücken.

🐠

Sozialverhalten

Hochgradig gesellig, brütet in Kolonien von wenigen Paaren bis zu vielen tausend Individuen.

🍽️

Ernährung

Vielseitig: Insekten, Regenwürmer, kleine Fische, Krebstiere, Sämereien und anthropogene Abfälle.

🎯

Jagdstrategie

Stoßtauchen, Picken von der Wasseroberfläche, Bodenjagd auf Feldern oder Kleptoparasitismus.

❄️

Überwinterung

Überwinterung an eisfreien Gewässern, oft in menschlichen Siedlungen und Städten zur Nahrungssuche.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Prädator von Wirbellosen und Regulator von Insektenpopulationen; dient als Beute für größere Prädatoren.

🦅

Natürliche Feinde

Rotfuchs, Wanderratte, Wanderfalke, Uhu und größere Möwenarten (z.B. Silbermöwe).

⚔️

Konkurrenzarten

Andere Möwenarten, Seeschwalben und teilweise Entenvögel bei der Nahrungssuche.

🌟

Ökosystemleistung

Natürliche Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft durch massenhaften Verzehr von Insektenlarven.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Feuchtgebieten, Störungen an Brutplätzen, Prädation durch invasive Arten und Umweltgifte.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Möwen
Ordnung
Regenpfeiferartige
Körperlänge
34 – 43 cm
Flügelspannweite
94 – 110 cm
Gewicht
190 – 400 g
Lebenserwartung
1 – 32 years
Beinfarbe
Rot bis tiefrot bei adulten Vögeln; fleischfarben bis bräunlich bei Jungvögeln.

Brutkleid

Charakteristische schokoladenbraune (nicht tiefschwarze) Kopfmaske, die bis zum Hinterkopf reicht; weißer Augenring; Körpergefieder hellgrau (Oberseite) und weiß (Unterseite); Handschwingen mit schwarzer Spitze.

Schlichtkleid

Kopf weiß mit einem markanten dunklen Ohrfleck hinter dem Auge; oft ein schwacher dunkler Fleck vor dem Auge; Schnabelspitze oft dunkel abgesetzt.

Jugendkleid

Oberseite braun gemustert; Flügel mit braunen Decken und dunklem Hinterrand; Schwanz mit einer schmalen schwarzen Endbinde; Beine und Schnabel fleischfarben bis gelblich.

Geschlechtsdimorphismus

Gering ausgeprägt; Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Weibchen, was jedoch im Feld kaum sicher zu unterscheiden ist.

Erkennungsmerkmale

Im Flug auffälliger weißer Keil an der Vorderkante des Außenflügels; schokoladenbraune Maske im Sommer; roter Schnabel und rote Beine bei Adulten.

Verwechslungsarten

Schwarzkopfmöwe (Ichthyaetus melanocephalus): hat tiefschwarze Maske und rein weiße Handschwingen. Zwergmöwe (Hydrocoloeus minutus): deutlich kleiner, dunkle Flügelunterseiten.

Schnabel

Mittellang und schlank; im Prachtkleid tiefrot mit dunkler Spitze; im Schlichtkleid heller rot bis orange-rot.

Stimme

Rufaktivität
Ganzjährig, jedoch am intensivsten während der Balz und Brutzeit in den Kolonien (März bis Juli).

Gesang

Kein Gesang im klassischen Sinne; in Kolonien herrscht ein lautes, anhaltendes Geschrei aus verschiedenen Rufvarianten.

Rufe

Heiseres, krächzendes 'kree-ar' oder 'kwarr'; bei Erregung ein kurzes, rhythmisches 'kek-kek-kek'.

Verbreitung & Migration

Zugverhalten
Teilzieher
Ankunft (Monate)Feb – Apr
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Abzug (Monate)Jul – Okt
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D

Brutverbreitung

Weit verbreitet über die gesamte Paläarktis; von Island und den Britischen Inseln über ganz Europa und Zentralasien bis nach Kamtschatka.

Überwinterungsgebiet

West- und Südeuropa, Nordafrika, Vorderasien, Indien und Japan; nutzt eisfreie Binnengewässer, Küsten und zunehmend urbane Räume.

Zugverhalten Details

Teilzieher; nord- und osteuropäische Populationen ziehen nach Südwesten; mitteleuropäische Vögel sind oft Standvögel oder Kurzstreckenzieher.

Habitat

Reviergröße
Innerhalb der Kolonie sehr klein (nur unmittelbare Nestumgebung); Nahrungsreviere werden nicht exklusiv verteidigt.

Bruthabitat

Binnengewässer wie Seen, Teiche, Moore und Sümpfe; bevorzugt Inseln oder dichte Ufervegetation (Schilf); auch in Küstenlagunen und Salzwiesen.

Nahrungshabitat

Sehr vielseitig: Äcker (folgt oft dem Pflug), Wiesen, Mülldeponien, Kläranlagen, städtische Parks und Gewässer.

Brutbiologie

BrutzeitApr – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Neststandort
Bodenbrüter
Gelegegröße
1 – 4 eggs
Bruten pro Jahr
1 – 1 broods
Brutdauer (Tage)
22 – 26 days
Nestlingszeit (Tage)
30 – 40 days

Nestbau

Unordentlicher Haufen aus Halmen, Schilf, Binsen und Wasserpflanzen; auf festem Boden, in Seggenbülten oder auf schwimmender Vegetation.

Eier

Farblich sehr variabel; meist olivgrün, bräunlich oder bläulich mit unregelmäßigen dunklen Flecken, Punkten und Schnörkeln.

Brutpflege

Beide Elternteile brüten und füttern die Jungen; Küken sind Platzhocker (Nestflüchter, die im Nestbereich bleiben).

Ernährung & Verhalten

Aktivität
Tagaktiv

Nahrung Brutzeit

Überwiegend animalisch: Insekten (besonders Zuckmücken), Regenwürmer, kleine Fische, Krebstiere und Weichtiere.

Nahrung Winter

Opportunistischer Allesfresser: Anthropogene Abfälle, Brot, Fische, Wirbellose, Sämereien und Getreide.

Nahrungserwerb

Picken vom Boden oder der Wasseroberfläche; flaches Stoßtauchen; Insektenfang im Flug; Kleptoparasitismus gegenüber anderen Vögeln.

Jagdstrategie

Opportunistischer Suchstratege; nutzt kurzzeitig verfügbare Massenvorkommen von Nahrung (z. B. bei der Mahd oder dem Pflügen).

Sozialverhalten

Hochgradig gesellig; brütet in Kolonien (bis zu 10.000 Paare) und bildet große Schlaf- und Nahrungsgemeinschaften.

Schwarmverhalten

Synchronisierte Flugmanöver; bildet dichte Trupps auf Feldern oder an Gewässern; oft vergesellschaftet mit Sturmmöwen oder Kiebitzen.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Verlust von Feuchtgebieten durch Entwässerung; Störungen durch Freizeitaktivitäten; Prädation durch Neozoen (Waschbär, Mink) und Füchse; Rückgang der Insektenbiomasse.

Bestandstrend

In Deutschland regional stark rückläufig (Rote Liste 3), global jedoch stabil und nicht gefährdet.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Management von Brutkolonien (z. B. durch Einzäunung); Wiedervernässung von Mooren; Schaffung von künstlichen Brutinseln; Besucherlenkung.

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