Maulwurfsgrille
Gryllotalpa gryllotalpa
Die Maulwurfsgrille ist ein markantes, bis zu 5 cm langes Insekt mit schaufelartigen Vorderbeinen, die perfekt an das Graben im Erdreich angepasst sind. Sie besitzt einen kräftigen, braun behaarten Körper und lebt überwiegend in selbst gegrabenen Gangsystemen in feuchten Böden. Trotz ihrer unterirdischen Lebensweise sind die Tiere flugfähig und die Männchen erzeugen zur Paarungszeit ein charakteristisches, surrendes Zirpgeräusch.

Details
Erkennungsmerkmale
Verbreiterte Grabbeine, samtige Behaarung, zwei lange Hinterleibsfäden (Cerci), verkürzte Vorderflügel.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen verteidigen ihre Singstollen gegen Rivalen.
Ernährung
Allesfresser; frisst sowohl Wurzeln und Knollen als auch Regenwürmer und Insektenlarven.
Jagdstrategie
Aktives Aufspüren von Beute beim Graben von Tunneln oder Gelegenheitsfang an der Oberfläche.
Laichsubstrat
Erdkammer in feuchtem Boden.
Überwinterung
Überwinterung tief im Boden (bis zu 1 Meter tief) als Larve oder adultes Tier.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bodenbelüftung durch Gangsysteme; Räuber von Schadinsekten; Nahrungsquelle für Vögel und Säuger.
Natürliche Feinde
Wiedehopf, Kiebitz, Maulwurf, Igel, Spitzmäuse, Laufkäfer.
Ökosystemleistung
Bodenlockerung und Abbau organischer Substanz.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft und Einsatz von Bodeninsektiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die zu kräftigen Grabschaufeln umgewandelten Vorderbeine. Das Pronotum (Halsschild) ist groß, eiförmig und sehr hart. Die Hinterflügel ragen im Ruhezustand oft als schmale Spitzen über das Abdomen hinaus. Am Hinterleibsende befinden sich zwei lange, behaarte Cerci (BfN, 2024).
Lebensraum
Bevorzugt feuchte bis nasse Standorte mit lockeren, grabfähigen Böden. Dazu zählen Feuchtwiesen, Uferzonen von Gewässern, Moore sowie gärtnerisch genutzte Flächen wie Gemüsebeete und Baumschulen (LfU, 2023).
Ernährung
Omnivor; die Nahrung besteht sowohl aus pflanzlichen Teilen (Wurzeln, Knollen) als auch aus tierischer Kost wie Insektenlarven, Regenwürmern und anderen Bodenorganismen.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtige Beute für spezialisierte Prädatoren wie den Wiedehopf (Upupa epops). Zudem Nahrung für Dachse, Fuchs und verschiedene Laufkäferarten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten durch Entwässerung, Intensivierung der Landwirtschaft, Einsatz von Bodeninsektiziden und direkte Bekämpfung in Gärten (BfN, 2024).
Bestandstrend
In vielen Regionen Mitteleuropas stark rückläufig; steht in mehreren deutschen Bundesländern auf der Roten Liste (z. B. Bayern: Gefährdet).
Schutzmaßnahmen
Schutz und Wiederherstellung von Feuchtwiesen, Verzicht auf chemische Bekämpfung in Gärten, Erhalt von Uferrandstreifen und Förderung der Biotopvernetzung.