Zum Inhalt springen
Bodeninsekt

Maulwurfsgrille

Gryllotalpa gryllotalpa

RL VU§ Geschützt🔬 Zeigerart

Die Maulwurfsgrille ist ein markantes, bis zu 5 cm langes Insekt mit schaufelartigen Vorderbeinen, die perfekt an das Graben im Erdreich angepasst sind. Sie besitzt einen kräftigen, braun behaarten Körper und lebt überwiegend in selbst gegrabenen Gangsystemen in feuchten Böden. Trotz ihrer unterirdischen Lebensweise sind die Tiere flugfähig und die Männchen erzeugen zur Paarungszeit ein charakteristisches, surrendes Zirpgeräusch.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Verbreiterte Grabbeine, samtige Behaarung, zwei lange Hinterleibsfäden (Cerci), verkürzte Vorderflügel.

🐠

Sozialverhalten

Einzelgängerisch; Männchen verteidigen ihre Singstollen gegen Rivalen.

🍽️

Ernährung

Allesfresser; frisst sowohl Wurzeln und Knollen als auch Regenwürmer und Insektenlarven.

🎯

Jagdstrategie

Aktives Aufspüren von Beute beim Graben von Tunneln oder Gelegenheitsfang an der Oberfläche.

🥚

Laichsubstrat

Erdkammer in feuchtem Boden.

❄️

Überwinterung

Überwinterung tief im Boden (bis zu 1 Meter tief) als Larve oder adultes Tier.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Bodenbelüftung durch Gangsysteme; Räuber von Schadinsekten; Nahrungsquelle für Vögel und Säuger.

🦅

Natürliche Feinde

Wiedehopf, Kiebitz, Maulwurf, Igel, Spitzmäuse, Laufkäfer.

🌟

Ökosystemleistung

Bodenlockerung und Abbau organischer Substanz.

⚠️

Bedrohungen

Lebensraumverlust durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft und Einsatz von Bodeninsektiziden.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Maulwurfsgrillen

Erkennungsmerkmale

Charakteristisch sind die zu kräftigen Grabschaufeln umgewandelten Vorderbeine. Das Pronotum (Halsschild) ist groß, eiförmig und sehr hart. Die Hinterflügel ragen im Ruhezustand oft als schmale Spitzen über das Abdomen hinaus. Am Hinterleibsende befinden sich zwei lange, behaarte Cerci (BfN, 2024).

Lebensraum

Bevorzugt feuchte bis nasse Standorte mit lockeren, grabfähigen Böden. Dazu zählen Feuchtwiesen, Uferzonen von Gewässern, Moore sowie gärtnerisch genutzte Flächen wie Gemüsebeete und Baumschulen (LfU, 2023).

Ernährung

Omnivor; die Nahrung besteht sowohl aus pflanzlichen Teilen (Wurzeln, Knollen) als auch aus tierischer Kost wie Insektenlarven, Regenwürmern und anderen Bodenorganismen.

Rolle im Nahrungsnetz

Wichtige Beute für spezialisierte Prädatoren wie den Wiedehopf (Upupa epops). Zudem Nahrung für Dachse, Fuchs und verschiedene Laufkäferarten.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Verlust von Feuchtgebieten durch Entwässerung, Intensivierung der Landwirtschaft, Einsatz von Bodeninsektiziden und direkte Bekämpfung in Gärten (BfN, 2024).

Bestandstrend

In vielen Regionen Mitteleuropas stark rückläufig; steht in mehreren deutschen Bundesländern auf der Roten Liste (z. B. Bayern: Gefährdet).

Schutzmaßnahmen

Schutz und Wiederherstellung von Feuchtwiesen, Verzicht auf chemische Bekämpfung in Gärten, Erhalt von Uferrandstreifen und Förderung der Biotopvernetzung.

Wikipedia →