Große Bartfledermaus
Myotis brandtii
Die Große Bartfledermaus ist ein kleiner Vertreter der Gattung Myotis mit einer Flügelspannweite von 19 bis 24 Zentimetern. Ihr Fell ist auf dem Rücken bräunlich mit oft goldenen Spitzen, während die Bauchseite grau-weißlich gefärbt ist. Sie ähnelt morphologisch stark der Kleinen Bartfledermaus, unterscheidet sich jedoch durch die Form des Penis bei Männchen und spezifische Zahnmerkmale.

Details
Erkennungsmerkmale
Goldbraune Haarspitzen am Rücken, heller Bauch, keulenförmig verdickter Penis bei Männchen, Ohren mit spitzem Tragus.
Sozialverhalten
Bildet Wochenstuben mit 20 bis 60 Weibchen zur Jungenaufzucht; Männchen leben im Sommer meist solitär.
Ernährung
Insektenfresser; ernährt sich von Nachtfaltern, Mücken, Köcherfliegen, Käfern und gelegentlich Spinnen.
Jagdstrategie
Langsamer, manövrierfähiger Jagdflug in geringer Höhe entlang von Vegetation oder über Wasser; nutzt auch das Absammeln (Gleaning).
Überwinterung
Winterschlaf in feuchten Höhlen, Stollen, Kellern oder Felsspalten bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad Celsius.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Regulator von Insektenpopulationen in Waldökosystemen und an Gewässerrändern.
Natürliche Feinde
Eulen (z.B. Waldkauz), Greifvögel, Marder und Hauskatzen.
Konkurrenzarten
Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus), Wasserfledermaus (Myotis daubentonii).
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingskontrolle durch den Verzehr von Forstschädlingen.
Bedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierung, Einsatz von Pestiziden, Habitatfragmentierung und forstwirtschaftliche Monokulturen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal der Männchen ist der keulenförmig verdickte Penis; im Oberkiefer ist der dritte Prämolar (P3) fast so groß wie der zweite (P2); der Tragus ist schmal und etwa halb so lang wie das Ohr.
Lebensraum
Stark an Wald gebunden; bevorzugt strukturreiche Laub- und Mischwälder, oft in der Nähe von stehenden oder fließenden Gewässern; kommt bis in Gebirgslagen vor.