Kleiner Abendsegler
Nyctalus leisleri
Der Kleine Abendsegler ist eine mittelgroße Fledermaus mit schmalen, langen Flügeln und einem kräftigen Flugstil. Sein Fell ist zweifarbig, wobei die Haarbasis dunkelbraun und die Spitzen glänzend goldbraun gefärbt sind. Er bevorzugt waldreiche Gebiete als Lebensraum und nutzt Baumhöhlen als Quartiere. Die Art ist bekannt für ihre weiten Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren.

Details
Erkennungsmerkmale
Zweifarbiges Fell (dunkle Basis), kurze Ohren mit pilzförmigem Tragus, Unterarm oberseits behaart.
Sozialverhalten
Gesellig in Wochenstuben; Männchen bilden während der Paarungszeit Harems in Baumhöhlen.
Ernährung
Insektenfresser; ernährt sich von Nachtfaltern, Zweiflüglern (Mücken, Fliegen) und Köcherfliegen.
Jagdstrategie
Jagd im freien Luftraum in großer Höhe, oft über Baumwipfeln oder entlang von Waldrändern.
Überwinterung
Winterschlaf in Baumhöhlen oder Gebäuden, oft in größeren Gruppen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Regulator von Insektenpopulationen und Teil des Nahrungsnetzes für Prädatoren.
Natürliche Feinde
Eulen (z. B. Waldkauz), Greifvögel, Marder.
Konkurrenzarten
Großer Abendsegler, andere waldbewohnende Fledermausarten.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr von Insekten.
Bedrohungen
Verlust von Quartieren durch Forstwirtschaft, Einsatz von Pestiziden, Kollisionen mit Windenergieanlagen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist der pilzförmige Tragus (Ohrdeckel), der breiter als hoch ist. Die Ohren sind kurz und rundlich. Ein wichtiges Merkmal ist das behaarte Vlies auf der Unterseite der Flügelmembran entlang des Unterarms. Kleiner als der Große Abendsegler (Nyctalus noctula), Unterarmlänge 38-47 mm.
Lebensraum
Typischer Waldbewohner, bevorzugt strukturreiche Laub- und Mischwälder mit hohem Altholzanteil und vielen Baumhöhlen. Auch in Parks, Gärten und gelegentlich in Siedlungsnähe zu finden. Jagt oft über Gewässern oder entlang von Waldkanten.
Ernährung
Insektenfresser; ernährt sich von kleinen Nachtfaltern, Zweiflüglern (Mücken, Fliegen), Köcherfliegen, Netzflüglern und gelegentlich kleinen Käfern.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Quartierbäumen durch intensive Forstwirtschaft; Nahrungsmangel durch Pestizideinsatz; hohes Kollisionsrisiko an Windenergieanlagen aufgrund des Jagdverhaltens im freien Luftraum.
Bestandstrend
Stabil bis unbekannt; aufgrund der heimlichen Lebensweise in Baumhöhlen ist ein präzises Monitoring schwierig. In Deutschland als 'gefährdet' oder 'Vornwarnliste' (je nach Bundesland) eingestuft.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Erhalt von Altholzbeständen und Höhlenbäumen; Installation von Fledermauskästen als Übergangslösung; Abschaltalgorithmen für Windkraftanlagen während der Aktivitätszeiten.