Eisenzungen-Pilz (Ochsenzunge)
Fistulina hepatica
Die Ochsenzunge, regional auch als Eisenzungen-Pilz bezeichnet, ist ein markanter Baumpilz, der vorwiegend an alten Eichenstämmen wächst. Er zeichnet sich durch seinen zungenförmigen, fleischig-roten Fruchtkörper aus, der bei Verletzung eine blutrote Flüssigkeit absondert. Der Pilz lebt als Schwächeparasit und verursacht eine charakteristische Braunfäule im Kernholz des Wirtsbaumes. Er gilt als guter Speisepilz mit einem ungewöhnlich säuerlichen Geschmack aufgrund der enthaltenen Gerbsäuren.
Details
Erkennungsmerkmale
Zungenähnliche Form, blutrote bis leberbraune Oberseite, Poren an der Unterseite, roter Saftaustritt bei Druck, festes Fleisch.
Ernährung
Ernährt sich saprobiontisch oder schwach parasitär vom Holz der Eiche, wobei Zellulose abgebaut wird.
Laichsubstrat
Stämme von lebenden oder frisch abgestorbenen Eichen (Quercus).
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Kernholz des Wirtsbaumes.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärer Zersetzer, der durch Braunfäule zur Entstehung von Mulmhöhlen und zur Nährstoffrückführung beiträgt.
Natürliche Feinde
Mycetophagous Insekten (Pilzkäfer) und verschiedene Schneckenarten.
Konkurrenzarten
Andere holzzersetzende Pilze wie der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).
Ökosystemleistung
Beteiligung am Holzabbau und Schaffung von Mikrohabitaten für höhlenbewohnende Arten.
Bedrohungen
Verlust von Altholz, Entfernung von Totholz und moderne Forstwirtschaftspraktiken.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Zungenförmiger Habitus, blutrote Exsudate ('Bluten'), einzeln stehende (freie) Röhren auf der Unterseite, Vorkommen fast ausschließlich an Eiche.
Lebensraum
Helle Laubwälder, Parks, Alleen und Hutewälder mit altem Eichenbestand.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung über Basidiosporen, die aus den freien Röhren entlassen werden. Asexuelle Vermehrung durch Konidienbildung im Wirtsgewebe möglich.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Entfernung von Altbäumen aus Verkehrssicherungsgründen, intensive Forstwirtschaft ohne Belassen von Habitatbäumen, Verlust von Alleen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von alten Eichen und Edelkastanien, Schutz von Parkanlagen mit historischem Baumbestand, Förderung von Totholzkonzepten.