Sternkieselalge
Asterionella formosa
Asterionella formosa ist eine im Phytoplankton von Binnengewässern weit verbreitete Kieselalge. Sie zeichnet sich durch die Bildung von sternförmigen Kolonien aus, bei denen die einzelnen Zellen an einem Ende durch Gallertpolster miteinander verbunden sind. Diese Art spielt eine bedeutende Rolle in der Primärproduktion von Seen, insbesondere während der Frühjahrsblüte, und dient als wichtige Nahrungsgrundlage für das Zooplankton.

Details
Sauerstoffproduktion
Hoch während der Blütephasen im Frühjahr und Herbst.
Habitatfunktion
Bildet die Basis des pelagischen Nahrungsnetzes.
Nährstoffaufnahme
Hoher Bedarf an Silikat für den Aufbau der Kieselschalen.
Nahrungsquelle für
Haupternährungsquelle für viele filtrierende Zooplankter.
Nutzung durch Menschen
Verwendung in der Paläolimnologie zur Rekonstruktion früherer Umweltbedingungen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärproduzent; wandelt anorganischen Kohlenstoff in organische Biomasse um und setzt Sauerstoff frei.
Natürliche Feinde
Zooplankton (z. B. Daphnien, Rädertierchen), parasitäre Pilze (Chytridpilze).
Konkurrenzarten
Andere Kieselalgen (z. B. Fragilaria) und Grünalgen bei Nährstoffknappheit.
Ökosystemleistung
Sauerstoffproduktion und Kohlenstoffbindung im aquatischen System.
Bedrohungen
Klimawandel (Erwärmung der Seen), Herbizideintrag, extreme Eutrophierung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Araphide Diatomee (keine Raphe); sternförmige Kolonieanordnung; im Gürtelansicht linear mit verbreiterten Enden; Schalenoberfläche mit feinen Transapikalstreifen (ca. 25-30 in 10 µm).
Fortpflanzung
Hauptsächlich asexuell durch vegetative Zellteilung; sexuelle Reproduktion (Oogamie) ist extrem selten und führt zur Bildung von Auxosporen zur Wiederherstellung der Zellgröße.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Klimawandel (zunehmende Schichtung der Seen), Silikatmangel durch anthropogene Einflüsse, Herbizideinträge.
Schutzmaßnahmen
Management der Nährstoffeinträge (Eutrophierungskontrolle), Schutz der Gewässergüte nach WRRL.