Graues Weichbecherchen
Mollisia cinerea
Das Graue Weichbecherchen ist ein weit verbreiteter, saprobiontischer Schlauchpilz aus der Ordnung der Helotiales. Er bildet winzige, scheiben- bis schüsselförmige Fruchtkörper aus, die meist in dichten Gruppen auf der Unterseite oder Rinde von abgestorbenen Laubholzästen erscheinen. Die Färbung der Apothecien ist typischerweise aschgrau bis bläulich-grau mit einem oft helleren, weißlich bereiften Rand.

Details
Erkennungsmerkmale
Fruchtkörper 1-3 mm breit, flach schüsselförmig, graue Innenseite, Rand hell und fein bewimpert, Außenseite dunkler grau-braun, wächst auf Totholz.
Ernährung
Ernährt sich saprobiontisch durch den Abbau von Zellulose und Lignin in totem Laubholz.
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Holzsubstrat.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Zersetzer im Waldökosystem, der zur Humusbildung und zum Nährstoffkreislauf beiträgt.
Natürliche Feinde
Mycetophage Insektenlarven, Springschwänze und Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere holzzersetzende Pilze wie Orbilia-Arten oder Peniophora-Arten.
Ökosystemleistung
Abbau von Totholz und Bereitstellung von Nährstoffen für Bodenorganismen.
Bedrohungen
Verlust von Habitat durch übermäßige Totholzentnahme in der Forstwirtschaft.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakterisiert durch die graue Farbe, das Fehlen eines Stiels (sitzend) und das Wachstum auf entrindetem Laubholz. Mikroskopisch entscheidend sind die hyalinen, einzelligen, schmal-elliptischen bis fast zylindrischen Sporen (ca. 7-10 x 2-2,5 µm) und die fädigen Paraphysen.
Lebensraum
Laub- und Mischwälder, Parks, Gebüsche und Gärten mit ausreichendem Totholzangebot. Bevorzugt schattige, feuchte Lagen.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Ascosporen, die in achtsporigen, zylindrisch-keuligen Asci gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Intensive Forstwirtschaft, bei der Totholz konsequent entfernt wird; großflächige Entwässerung von Waldstandorten.
Schutzmaßnahmen
Förderung von Totholzkonzepten in der Forstwirtschaft; Belassen von liegendem Laubholz in Wäldern und Parks.