Schlanker Glasfloh
Diaphanosoma brachyurum
Der Schlanke Glasfloh ist ein kleiner, fast völlig durchsichtiger Krebs aus der Ordnung der Cladocera. Er zeichnet sich durch das Fehlen eines Rostrums und die langen, zweiästigen Schwimmantennen aus, die fast die Körperlänge erreichen. Er bewohnt vorzugsweise das Pelagial von stehenden Gewässern und ist ein typischer Vertreter des Sommerplanktons, da er höhere Wassertemperaturen bevorzugt.
Details
Erkennungsmerkmale
Kein Rostrum am Kopf, Kopf deutlich vom Rumpf abgesetzt, Schwimmantennen mit zwei Ästen (einer 2-gliedrig, einer 3-gliedrig), Körper sehr transparent.
Sozialverhalten
Tritt oft in hohen Individuendichten im Pelagial auf, bildet jedoch keine komplexen sozialen Strukturen.
Ernährung
Filtriert aktiv Bakterien, Detritus und kleines Phytoplankton (Nannoplankton) aus dem freien Wasser.
Laichsubstrat
Eier werden in einem Brutraum am Rücken getragen; Dauereier sinken zum Gewässergrund.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt als Dauereier (Ephippien) im Sediment, während die adulten Populationen im Winter meist zusammenbrechen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärkonsument, der Energie vom Phytoplankton auf höhere Trophiestufen (Fische) überträgt.
Natürliche Feinde
Planktivore Fische (z. B. Ukelei), räuberisches Zooplankton wie Leptodora kindtii und aquatische Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere Cladoceren-Arten wie Daphnia longispina oder Bosmina-Arten.
Ökosystemleistung
Trägt zur Regulation der Algenbiomasse und zur Selbstreinigung von Gewässern bei.
Bedrohungen
Starke Eutrophierung, Versauerung der Gewässer und Klimawandel (Veränderung der Schichtungsdynamik).
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Lange Schwimmantennen, die zurückgeschlagen fast das Hinterende der Schalenklappen erreichen; der Endopodit der Antenne ist zweigliedrig, der Exopodit dreigliedrig; Hinterrand der Schalen mit einer Reihe feiner Dornen (Säge); Postabdomen ohne Analstacheln, stattdessen mit Gruppen feiner Borsten versehen.
Fortpflanzung
Zyklische Parthenogenese; während der günstigen Sommermonate erfolgt eine schnelle asexuelle Vermehrung, bei Verschlechterung der Bedingungen (Herbst) werden Männchen und Dauereier produziert.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiges Bindeglied im pelagischen Nahrungsnetz, das Energie vom mikrobiellen Loop (Bakterien) zu höheren trophischen Ebenen (Fische) transferiert.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Versauerung von Gewässern (reagiert empfindlich auf niedrige pH-Werte), extreme Eutrophierung mit Blaualgenblüten (Verstopfung des Filterapparats) und invasive Räuber.