Schuppiger Stielporling
Cerioporus squamosus
Der Schuppige Stielporling ist ein weit verbreiteter Pilz, der sowohl als Parasit als auch als Saprobiont an verschiedenen Laubbäumen vorkommt. Er bildet große, fächer- oder nierenförmige Fruchtkörper mit charakteristischen dunklen Schuppen auf gelblichem Grund. Der Pilz verursacht im Holz eine intensive Weißfäule und ist vor allem im Frühjahr und Frühsommer zu finden. Er verströmt einen markanten Geruch, der oft mit Salatgurken oder frischem Mehl verglichen wird.

Details
Erkennungsmerkmale
Hut mit dunklen, anliegenden Schuppen; Poren auf der Unterseite groß und eckig; kurzer, oft exzentrischer Stiel mit schwarzer Basis; mehlartiger Geruch.
Ernährung
Ernährt sich saprobiontisch von totem Holz oder parasitär von lebenden Laubbäumen durch den Abbau von Lignin und Zellulose.
Überwinterung
Überwintert als Myzel im Wirtsholz; Fruchtkörper sind meist einjährig und vergehen im Winter.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer, der Weißfäule verursacht und dadurch Lebensraum (Höhlen) für Vögel und Insekten in Bäumen schafft.
Natürliche Feinde
Verschiedene Insektenlarven (insb. Käfer der Familie Erotylidae) und Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere holzzersetzende Pilze wie der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).
Ökosystemleistung
Stoffkreislauf durch Holzabbau; Bereitstellung von Mikrohabitaten für saproxylophage Organismen.
Bedrohungen
Intensive Forstwirtschaft und das Entfernen von Alt- und Totholz in Parks und Wäldern.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große, schuppige Hüte; auffällig weite, eckige Poren; schwarze Basis des meist lateralen Stiels; intensiver Geruch nach frischen Gurken oder Mehl.
Lebensraum
Auwälder, Parkanlagen, Alleen und Laubmischwälder mit hohem Altholzanteil.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung durch Basidiosporen (10-16 x 4-6 µm, zylindrisch-elliptisch), die über die Poren freigesetzt werden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensive Forstwirtschaft und Baumpflege in Parks, die zur Entfernung von Alt- und Totholz führt.
Schutzmaßnahmen
Förderung von Alt- und Totholzkonzepten; Erhalt von Habitatbäumen in Wirtschaftswäldern und urbanen Grünflächen.