Geißeltierchen (Geißel-Einzeller)
Flagellata
Geißeltierchen bilden eine heterogene Gruppe von Einzellern, die durch den Besitz von Flagellen zur Fortbewegung und Nahrungsaufnahme gekennzeichnet sind. Sie besiedeln nahezu alle aquatischen Lebensräume sowie feuchte Böden und spielen eine fundamentale Rolle im mikrobiellen Loop. Je nach Art können sie autotroph (Photosynthese), heterotroph (räuberisch) oder parasitär leben.
Details
Erkennungsmerkmale
Vorhandensein einer oder mehrerer Geißeln; mikroskopische Größe; oft spindelförmiger oder ovaler Zellkörper.
Sozialverhalten
Meist einzel lebend, einige Arten bilden jedoch komplexe Kolonien oder leben in Symbiose.
Ernährung
Ernährung erfolgt durch Photosynthese, Aufnahme von Bakterien, Detritus oder gelösten organischen Stoffen.
Jagdstrategie
Erzeugung eines Wasserstroms mittels Geißelbewegung zum Heranstrudeln von Beutepartikeln.
Überwinterung
Bildung von Dauerstadien (Zysten) bei ungünstigen Umweltbedingungen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Glieder der Nahrungskette; Primärproduzenten und Konsumenten von Bakterien.
Natürliche Feinde
Ciliaten, Rädertierchen, Ruderfußkrebse und andere kleine Zooplankter.
Konkurrenzarten
Andere Einzeller wie Amöben und Ciliaten.
Ökosystemleistung
Nährstoffrecycling und Kontrolle der Bakterienpopulationen in aquatischen Systemen.
Bedrohungen
Extreme chemische Verschmutzung und toxische Algenblüten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Ubiquitär verbreitet in allen aquatischen Habitaten (Süßwasser, Brackwasser, Marine), feuchten Böden und als Endosymbionten oder Parasiten in Tieren und Pflanzen.
Fortpflanzung
Primär ungeschlechtlich durch longitudinale binäre Zellteilung (Längsteilung). Geschlechtliche Fortpflanzung (Syngamie) tritt in einigen Gruppen (z. B. Phytomonadina) auf.
Ökologische Rolle
Schlüsselkomponente des 'Microbial Loop'; sie regulieren Bakterienpopulationen durch Prädation und machen deren Biomasse für höhere trophische Ebenen (Zooplankton) verfügbar.