Uferglanzspinne
Arctosa leopardus
Die Uferglanzspinne, auch Ufer-Glanzwolfspinne genannt, ist ein typischer Bewohner feuchter Standorte. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 6 bis 9,5 mm und weist eine dunkle Grundfärbung mit charakteristischen hellen Flecken auf. Diese Art baut keine Fangnetze, sondern jagt ihre Beute aktiv am Boden in der Nähe von Gewässern.
Details
Erkennungsmerkmale
Dunkelbraunes Prosoma mit hellen Seitenbändern; Opisthosoma mit paarigen hellen Flecken; Beine oft deutlich geringelt.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; zeigt während der Paarungszeit komplexes Balzverhalten.
Ernährung
Räuberische Lebensweise; ernährt sich von kleinen Insekten, Springschwänzen und anderen Wirbellosen.
Jagdstrategie
Aktive Jagd am Boden durch Anschleichen und schnelles Zuschnappen.
Laichsubstrat
Eikokon wird vom Weibchen an den Spinnwarzen getragen.
Überwinterung
Überwintert als Subadultes oder adultes Tier in der Bodenstreu oder in Erdröhren.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator in der Nahrungskette von Feuchtbiotopen zur Regulation von Insektenpopulationen.
Natürliche Feinde
Vögel, Amphibien, größere Raubspinnen und Schlupfwespen.
Konkurrenzarten
Andere Wolfspinnenarten wie Pirata-Arten (Piraten-Wolfspinnen).
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingskontrolle in Uferbereichen.
Bedrohungen
Zerstörung von Uferhabitaten, Trockenlegung von Feuchtgebieten und Pestizideinsatz.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisches Fleckenmuster auf dem Abdomen; deutlich geringelte Beine; kleinste heimische Art der Gattung Arctosa in Mitteleuropa. Die sichere Bestimmung erfolgt über die Untersuchung der Genitalstrukturen (Epigyne beim Weibchen, Pedipalpen-Bulbus beim Männchen).
Lebensraum
Stark hygrophile Art; besiedelt offene, feuchte bis nasse Standorte wie Ufer von Seen und Teichen, Moore, Sumpfwiesen und Gräben. Bevorzugt oft schlammige oder moosige Untergründe.
Rolle im Nahrungsnetz
Mesoprädator; reguliert Populationen kleiner Insekten in Uferökosystemen und dient selbst als wichtige Nahrungsquelle für Amphibien und spezialisierte Vogelarten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Zerstörung von Feuchtgebieten durch Entwässerung, Uferverbauung (Betonierung/Steinschüttungen), intensive Beweidung von Uferwiesen und der Verlust von natürlichen Dynamiken in Auenlandschaften.
Bestandstrend
In Deutschland insgesamt als 'ungefährdet' eingestuft (Rote Liste 2016), jedoch regional durch Habitatverlust rückläufig; spezialisierte Ansprüche machen sie empfindlich gegenüber hydrologischen Veränderungen.