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Säugetier

Zweifarbfledermaus

Vespertilio murinus

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Die Zweifarbfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit einem markanten, silbrig-weiß schimmernden Rückenfell auf dunklem Grund. Ihre Unterseite ist scharf abgegrenzt weißlich oder grau gefärbt, was ihr den charakteristischen Namen verleiht. Sie ist bekannt für ihren schnellen Flug in großen Höhen und ihre weiten Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren. Im Spätherbst fallen die Männchen durch ihren für Menschen hörbaren Balzgesang an hohen Gebäuden auf.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Silbrig-weiß gesprenkeltes Rückenfell, scharf abgesetzte weiße Unterseite, kurze und breite Ohren sowie eine Spannweite von 27 bis 33 cm.

🐠

Sozialverhalten

Weibchen bilden Wochenstuben von 20 bis 50 Tieren, während Männchen meist einzeln leben; im Herbst zeigen Männchen territoriales Balzverhalten.

🍽️

Ernährung

Ernährt sich von kleinen, weichschaligen Insekten wie Zuckmücken, Köcherfliegen und Nachtfaltern, die im freien Luftraum gefangen werden.

🎯

Jagdstrategie

Schneller Jagdflug in 10 bis 50 Metern Höhe über offenem Gelände, Gewässern oder Waldrändern (Aerial Hawking).

❄️

Überwinterung

Überwinterung meist in tiefen Felsspalten oder in Spalten an hohen Gebäuden und Brücken, oft in großen Höhen.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Insektenregulator im freien Luftraum und Beutetier für größere Eulenarten.

🦅

Natürliche Feinde

Eulen (insbesondere Schleiereulen), seltener Greifvögel oder Hauskatzen im Siedlungsraum.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere Luftraumjäger wie der Große Abendsegler oder die Nordfledermaus.

🌟

Ökosystemleistung

Biologische Schädlingsbekämpfung durch den massenhaften Verzehr von nachtaktiven Insekten.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierungen, Kollisionen mit Windkraftanlagen und Rückgang der Nahrungsinsekten durch Pestizide.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Glattnasen

Erkennungsmerkmale

Charakteristisches 'bereiftes' Fell, kurze und breite Ohren mit abgerundetem Tragus. Im Flug fallen die schmalen Flügel auf. Männchen besitzen ein artspezifisches Balzflugverhalten mit hörbaren Rufen. Einzigartig unter europäischen Fledermäusen sind die häufigen Zwillingsgeburten.

Lebensraum

Ursprünglich Felslandschaften und lichte Wälder. Heute zunehmend Kulturfolger in Städten, nutzt dort hohe Gebäude (Plattenbauten, Hochhäuser) als Ersatzfelsen. Jagdgebiete umfassen offene Landschaften, Seen und Waldränder.

Ernährung

Insektenfresser (Insektivor). Bevorzugt kleine, weichschalige Insekten wie Zuckmücken (Chironomidae), Köcherfliegen (Trichoptera) und Blattläuse (Aphidina).

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX
FFH-Anhang
IV

Hauptbedrohungen

Quartierverlust durch energetische Gebäudesanierung, Schlagrisiko an Windenergieanlagen (besonders während des Zuges), Insektizideinsatz in der Landwirtschaft.

Bestandstrend

Stabil bis unbekannt; aufgrund der heimlichen Lebensweise und weiten Wanderungen sind präzise Bestandstrends schwer zu ermitteln.

Schutzmaßnahmen

Erhalt von Spaltenquartieren an Gebäuden, Anbringen von Fledermauskästen, Berücksichtigung von Zugkorridoren bei der Windkraftplanung, Schutz von Insektenhabitaten.

Wikipedia →