Zweifarbfledermaus
Vespertilio murinus
Die Zweifarbfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit einem markanten, silbrig-weiß schimmernden Rückenfell auf dunklem Grund. Ihre Unterseite ist scharf abgegrenzt weißlich oder grau gefärbt, was ihr den charakteristischen Namen verleiht. Sie ist bekannt für ihren schnellen Flug in großen Höhen und ihre weiten Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren. Im Spätherbst fallen die Männchen durch ihren für Menschen hörbaren Balzgesang an hohen Gebäuden auf.

Details
Erkennungsmerkmale
Silbrig-weiß gesprenkeltes Rückenfell, scharf abgesetzte weiße Unterseite, kurze und breite Ohren sowie eine Spannweite von 27 bis 33 cm.
Sozialverhalten
Weibchen bilden Wochenstuben von 20 bis 50 Tieren, während Männchen meist einzeln leben; im Herbst zeigen Männchen territoriales Balzverhalten.
Ernährung
Ernährt sich von kleinen, weichschaligen Insekten wie Zuckmücken, Köcherfliegen und Nachtfaltern, die im freien Luftraum gefangen werden.
Jagdstrategie
Schneller Jagdflug in 10 bis 50 Metern Höhe über offenem Gelände, Gewässern oder Waldrändern (Aerial Hawking).
Überwinterung
Überwinterung meist in tiefen Felsspalten oder in Spalten an hohen Gebäuden und Brücken, oft in großen Höhen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Insektenregulator im freien Luftraum und Beutetier für größere Eulenarten.
Natürliche Feinde
Eulen (insbesondere Schleiereulen), seltener Greifvögel oder Hauskatzen im Siedlungsraum.
Konkurrenzarten
Andere Luftraumjäger wie der Große Abendsegler oder die Nordfledermaus.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den massenhaften Verzehr von nachtaktiven Insekten.
Bedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierungen, Kollisionen mit Windkraftanlagen und Rückgang der Nahrungsinsekten durch Pestizide.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisches 'bereiftes' Fell, kurze und breite Ohren mit abgerundetem Tragus. Im Flug fallen die schmalen Flügel auf. Männchen besitzen ein artspezifisches Balzflugverhalten mit hörbaren Rufen. Einzigartig unter europäischen Fledermäusen sind die häufigen Zwillingsgeburten.
Lebensraum
Ursprünglich Felslandschaften und lichte Wälder. Heute zunehmend Kulturfolger in Städten, nutzt dort hohe Gebäude (Plattenbauten, Hochhäuser) als Ersatzfelsen. Jagdgebiete umfassen offene Landschaften, Seen und Waldränder.
Ernährung
Insektenfresser (Insektivor). Bevorzugt kleine, weichschalige Insekten wie Zuckmücken (Chironomidae), Köcherfliegen (Trichoptera) und Blattläuse (Aphidina).
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Quartierverlust durch energetische Gebäudesanierung, Schlagrisiko an Windenergieanlagen (besonders während des Zuges), Insektizideinsatz in der Landwirtschaft.
Bestandstrend
Stabil bis unbekannt; aufgrund der heimlichen Lebensweise und weiten Wanderungen sind präzise Bestandstrends schwer zu ermitteln.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von Spaltenquartieren an Gebäuden, Anbringen von Fledermauskästen, Berücksichtigung von Zugkorridoren bei der Windkraftplanung, Schutz von Insektenhabitaten.