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Fisch

Bach-Kreisling

Alburnoides bipunctatus

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Der Bach-Kreisling, auch als Schneider bekannt, ist ein kleiner Süßwasserfisch, der bevorzugt in schnell fließenden, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen lebt. Er zeichnet sich durch einen schlanken, seitlich abgeflachten Körper und eine charakteristische dunkle Doppelpunktreihe entlang der Seitenlinie aus. Die Art ist extrem empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung und strukturellen Veränderungen ihres Lebensraums. Er hält sich zumeist in Schwärmen in der direkten Strömung auf.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Doppelte Punktreihe entlang der Seitenlinie, leicht oberständiges Maul, silbrige Flanken, dunkler Rücken.

🐠

Sozialverhalten

Ausgeprägtes Schwarmverhalten; hält sich bevorzugt in den mittleren Wasserschichten der Strömung auf.

🍽️

Ernährung

Insektenlarven, kleine Krebstiere, Algen und Anflugnahrung (ins Wasser gefallene Landinsekten).

🎯

Jagdstrategie

Schnappt aktiv nach vorbeitreibender Nahrung in der Strömung oder von der Oberfläche.

🥚

Laichsubstrat

Kies- oder Steingrund in flachen, schnell fließenden Abschnitten (Lithophil).

❄️

Überwinterung

Zieht sich in tiefere, strömungsberuhigte Bereiche oder Gumpen zurück.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Konsument von Makrozoobenthos und bedeutende Beute für Raubfische wie die Bachforelle.

🦅

Natürliche Feinde

Bachforelle, Hecht, Eisvogel, Kormoran, Gänsesäger.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere kleingehäusefressende Fischarten wie Elritze oder Gründling.

⚠️

Bedrohungen

Gewässerverbauung, Querbauwerke (Unterbrechung der Durchgängigkeit), Eutrophierung und Sedimentation der Laichkiese.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Karpfenfische
Körperlänge
9 – 16 cm
Maximalgröße
16
Gewicht
0.01 – 0.04 kg
Maximalgewicht
0.04
Lebenserwartung
4 – 6 years
Körperform
Seitlich leicht abgeflacht, spindelförmig mit einer eher stumpfen Schnauze und endständigem Maul.
Schuppenformel
44-52 (LL)
Flossenformel
D III/7-8, A III/14-17

Färbung

Rücken olivgrün bis bräunlich, Flanken silbrig glänzend, Bauch weißlich. Charakteristisch ist eine dunkle Längsbinde, die von einer doppelten Punktreihe (Seitenlinienorgan) begleitet wird.

Erkennungsmerkmale

Doppelte Punktreihe ober- und unterhalb der Seitenlinie (Name: bipunctatus); Ansatz der paarigen Flossen (Brust- und Bauchflossen) oft rötlich oder orange gefärbt.

Verwechslungsarten

Ukelei (Alburnus alburnus) - dieser hat jedoch eine längere Afterflosse und keine doppelte Punktreihe; Elritze (Phoxinus phoxinus) - hat deutlich kleinere Schuppen.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln zur Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag am Kopf und an den Schuppen des Vorderkörpers.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0.2 – 2 m
Temperaturbereich
4 – 22 °C
pH-Bereich
6.5 – 8.5 pH

Fischregion

Forellenregion und Äschenregion (oberes Rhithral).

Bevorzugte Zone

Pelagial und Benthal in strömungsreichen, flachen Gewässerabschnitten.

Strömungspräferenz

Stark rheophil; bevorzugt turbulente, schnell fließende und sauerstoffreiche Gewässer.

Substratpräferenz

Kiesig bis steiniger Untergrund (lithophil).

Sauerstoffbedarf

Sehr hoch; die Art gilt als ausgesprochen sauerstoffbedürftig.

Migration

Migrationstyp
Potamodrom (Süßwasser-Wanderer)
Wanderdistanz
1 – 20 km

Wanderverhalten

Kurzdistanzwanderer; führt innerhalb des Flusssystems Wanderungen zu geeigneten Laichplätzen in strömungsstarken Abschnitten durch.

Fortpflanzung

LaichzeitMai – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
12 – 18 °C
Eizahl
3000 – 8000 eggs
Eigröße
1 – 1.5 mm
Brutdauer (Tage)
4 – 10 days
Geschlechtsreife (Jahre)
2 – 3 years

Laichsubstrat

Grober Kies und Steine in starker Strömung (Lithophil).

Larvalphase

Nach dem Schlüpfen halten sich die Larven zunächst in strömungsberuhigten Uferbereichen oder zwischen Steinen auf.

Brutpflege

Keine Brutpflege; die Eier werden in den Lückensystemen des Kieses abgelegt.

Ernährung

Aktivität
Tagaktiv

Ernährungstyp

Insektivor / Omnivor.

Nahrung Jungfische

Zooplankton, kleine Insektenlarven und Algenaufwuchs.

Nahrung erwachsen

Anflugnahrung (Insekten an der Oberfläche), Köcherfliegenlarven, Eintagsfliegenlarven und kleine Krebstiere.

Jagdstrategie

Aktive Jagd in der freien Strömung sowie Absuchen der Wasseroberfläche.

Schwarmverhalten

Ausgeprägter Schwarmfisch, der sich meist in Gruppen in der Strömung aufhält.

Ökologische Bedeutung

Saprobie-Wert
1.8

Rolle im Nahrungsnetz

Sekundärkonsument; dient als wichtige Nahrungsquelle für größere Raubfische wie die Bachforelle.

Natürliche Feinde

Bachforelle, Hecht, Kormoran, Eisvogel, Gänsesäger.

Konkurrenten

Andere rheophile Arten wie Hasel (Leuciscus leuciscus) oder Elritze (Phoxinus phoxinus).

Parasiten

Verschiedene Trematoden, Fischläuse (Argulus) und gelegentlich Bandwürmer.

Bioindikator-Funktion

Guter Indikator für Gewässergüteklasse I-II sowie für die strukturelle Intaktheit von Fließgewässern (Durchgängigkeit).

Fischerei & Recht

Fischereiliche Regelung

In den meisten deutschen Bundesländern ganzjährig geschont (Rote Liste Art).

Schonzeit

Ganzjährig geschont.

Wirtschaftliche Nutzung

Keine wirtschaftliche Bedeutung; früher gelegentlich als Köderfisch genutzt.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX
FFH-Anhang
II

Hauptbedrohungen

Gewässerausbau, Querbauwerke (Verlust der Durchgängigkeit), Verschlammung der Kieslaichplätze durch Feinsedimenteintrag, Eutrophierung.

Bestandstrend

In vielen Regionen Mitteleuropas stark rückläufig oder gefährdet aufgrund von Habitatverlust.

Schutzmaßnahmen

Wiederherstellung der Längsdurchgängigkeit, Renaturierung von Fließgewässern, Reduktion von Sediment- und Nährstoffeinträgen.

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