Rotpelzige Sandbiene
Andrena fulva
Die Rotpelzige Sandbiene ist eine solitäre Wildbienenart, die besonders durch die dichte, fuchsrote Behaarung der Weibchen auffällt. Sie gehört zu den frühesten Bienenarten des Jahres und ist häufig in Gärten, Parks und an Waldrändern anzutreffen. Die Weibchen graben tiefe Niströhren in den Boden, wobei sie charakteristische kleine Erdhügel am Eingang hinterlassen. Als polylektische Art spielt sie eine wesentliche Rolle bei der Bestäubung von Obstbäumen und Beerensträuchern im zeitigen Frühjahr.

Details
Erkennungsmerkmale
Weibchen: Rücken fuchsrot behaart, Bauch und Beine schwarz; Männchen: schlanker, bräunlich-grau behaart mit weißem Gesicht.
Sozialverhalten
Solitäre Lebensweise, bildet jedoch häufig Nestaggregationen (Kolonien) an geeigneten Bodenstellen.
Ernährung
Polylektisch; sammelt Pollen an Pflanzen aus mindestens 10 verschiedenen Familien, darunter Rosaceae, Salicaceae und Aceraceae.
Laichsubstrat
Sandiger, lehmiger oder lockerer Boden, oft in kurzrasigen Rasenflächen oder Beeten.
Überwinterung
Überwinterung als Imago (fertig entwickeltes Insekt) in der unterirdischen Brutzelle.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für frühblühende Pflanzen und Nutzpflanzen wie Johannisbeeren und Stachelbeeren.
Natürliche Feinde
Kuckucksbienen (Nomada signata), räuberische Fliegen, Vögel und verschiedene Spinnenarten.
Konkurrenzarten
Andere frühfliegende Sandbienenarten bei der Nistplatzwahl.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wildpflanzen und Obstgehölzen zur Sicherung der Biodiversität und Ernteerträge.
Bedrohungen
Verlust von Nistmöglichkeiten durch Bodenversiegelung und intensives Mähen von Rasenflächen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Weibchen durch die dichte rote Pelzbehaarung und die schwarze Endfranse fast unverwechselbar. Männchen besitzen sehr lange Mandibeln, die an der Basis einen deutlichen Zahn aufweisen. Die Art gehört zur Untergattung Andrena s. str.
Lebensraum
Mäßig anthropogen beeinflusste Offenlandschaften, Siedlungsbereiche (Gärten, Parks), Waldränder und Streuobstwiesen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Versiegelung von Bodenflächen, intensive Rasenpflege (häufiges Mähen, Vertikutieren), Einsatz von Pestiziden in Hausgärten.
Bestandstrend
Stabil; die Art gilt als Kulturfolger und ist in urbanen Räumen oft häufig anzutreffen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von offenen Bodenstellen in Gärten, Förderung heimischer Frühblüher (insb. Weiden), Verzicht auf Insektizide und Akzeptanz von Nestaggregationen in Rasenflächen.