Stachel-Schalenamöbe
Centropyxis aculeata
Die Stachel-Schalenamöbe (Centropyxis aculeata) ist ein einzelliger Organismus aus der Gruppe der beschalten Amöben. Ihr Gehäuse besteht aus einer organischen Grundsubstanz, in die kleine Sandkörner oder Kieselalgenbruchstücke (Xenosomen) eingelagert sind. Charakteristisch für diese Art sind die zwei bis acht kräftigen Stacheln am hinteren Ende der Schale. Sie besiedelt bevorzugt den Bodenschlamm von stehenden Gewässern sowie feuchte Moose und Torfgebiete.

Details
Erkennungsmerkmale
Mützenartiges, oft abgeflachtes Gehäuse; 2-8 exzentrische Stacheln am Hinterende; Schalenoberfläche mit Fremdkörpern bedeckt; fingerförmige Pseudopodien (Lobopodien).
Sozialverhalten
Einzelgängerisch lebender Mikroorganismus.
Ernährung
Ernährt sich heterotroph von Bakterien, Algen (insbesondere Kieselalgen), Pilzsporen und organischem Detritus.
Jagdstrategie
Phagozytose durch Umfließen der Nahrungspartikel mit Pseudopodien.
Überwinterung
Bildung von Dauerstadien (Zysten) bei Austrocknung oder Kälte.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Teil des mikrobiellen Loops; zersetzt organisches Material und dient als Bindeglied zu höheren trophischen Ebenen.
Natürliche Feinde
Größere Ciliaten, Rädertierchen und kleine benthische Krebstiere.
Konkurrenzarten
Andere Testaceen-Arten wie Difflugia-Arten.
Ökosystemleistung
Beitrag zum Nährstoffrecycling und zur Kontrolle von Bakterienpopulationen in aquatischen Sedimenten.
Bedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten, extreme Eutrophierung und toxische Sedimentbelastungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Kosmopolitisch in Süßwasserhabitaten; bevorzugt Sedimente von Seen und Teichen, stehende Gewässer, Sphagnum-Moose und feuchte Böden.
Fortpflanzung
Asexuelle Vermehrung durch binäre Längsteilung (Zweiteilung), wobei eine neue Schale gebildet wird.
Ökologische Rolle
Wichtiger Konsument im mikrobiellen Loop; reguliert Bakterienpopulationen und dient als Bindeglied zu höheren trophischen Ebenen.