Ringelnatter
Natrix natrix
Die Ringelnatter ist eine mittelgroße, ungiftige Schlange, die in weiten Teilen Europas und Asiens vorkommt. Sie ist bekannt für ihre markanten gelben bis weißlichen „Halbmondflecken“ am Hinterkopf. Als semiaquatische Art lebt sie bevorzugt in der Nähe von stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Amphibien wie Fröschen und Kröten.

Details
Erkennungsmerkmale
Gelbe bis weiße Nackenflecken, runde Pupillen, gekielte Schuppen, meist graue bis olivgrüne Grundfarbe mit schwarzen Flecken.
Sozialverhalten
Grundsätzlich einzelgängerisch, bildet jedoch Ansammlungen bei der Paarung („Paarungsknoten“) und in Winterquartieren.
Ernährung
Ernährt sich fast ausschließlich von Amphibien (Frösche, Kröten, Molche), gelegentlich auch Fische oder kleine Säugetiere.
Jagdstrategie
Aktive Suche sowohl an Land als auch im Wasser; die Beute wird visuell und geruchlich fixiert und lebend verschlungen.
Laichsubstrat
Warmes, sich zersetzendes organisches Material wie Kompost, Misthaufen oder morsches Holz.
Überwinterung
Winterstarre in frostfreien Erdlöchern, Komposthaufen oder Baumstümpfen von Oktober bis April.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator in aquatischen und terrestrischen Ökosystemen; dient selbst als Nahrung für Greifvögel und Raubsäuger.
Natürliche Feinde
Graureiher, Mäusebussard, Weißstorch, Igel, Fuchs, Marder.
Konkurrenzarten
Andere Amphibienfresser wie der Graureiher oder die Würfelnatter (in überlappenden Habitaten).
Ökosystemleistung
Regulierung von Amphibienpopulationen.
Bedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten, Zerstörung von Eiablageplätzen, Straßenverkehr und Rückgang der Amphibienpopulationen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Helle Nackenflecken (Halsring), runde Pupillen, gekielte Schuppen. Bei Bedrohung zeigt sie oft Thanatose (Totstellreflex) oder stößt ein übelriechendes Sekret aus den Postanaldrüsen aus.
Lebensraum
Stark wassergebunden: Uferzonen von Seen, Teichen, Fließgewässern, Moore, Feuchtwiesen. Auch in strukturreichen Gärten, Steinbrüchen und an Waldrändern mit Nähe zu Gewässern zu finden.
Ernährung
Primär Amphibien (Frösche, Kröten, Molche und deren Larven). Gelegentlich Fische, seltener kleine Säugetiere oder Eidechsen.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator von Amphibienpopulationen. Selbst Beute für Greifvögel (z. B. Schlangenadler), Reiher, Störche, Igel, Marder und Hauskatzen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust und Fragmentierung von Feuchtgebieten, Trockenlegung von Laichgewässern, Verlust von Eiablageplätzen (Entfernung von Kompost/Mist), Straßentod während der Wanderungen.
Bestandstrend
In Deutschland auf der Vorwarnliste (V); Bestände in intensiv genutzten Agrarlandschaften stark rückläufig.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Vernetzung von Feuchtlebensräumen, Anlage künstlicher Eiablageplätze (Schlangenburgen), Erhalt von Pufferzonen an Gewässern.