Gemeine Keiljungfer
Gomphus vulgatissimus
Die Gemeine Keiljungfer ist eine kräftig gebaute Libelle mit einer markanten schwarz-gelben Zeichnung, die bei älteren Männchen in ein gräuliches Grün übergeht. Ihr Hinterleib ist am Ende deutlich verbreitert, was ihr den Namen gibt. Sie besiedelt bevorzugt fließende Gewässer mit sandigem oder feinkiesigem Substrat, in dem sich die Larven vergraben.

Details
Erkennungsmerkmale
Vollständig schwarze Beine, weit getrennte Augen, keulenförmiges Abdomenende, gelb-schwarze Thoraxzeichnung.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen besetzen Reviere an Uferabschnitten, während Weibchen meist abseits der Gewässer in Wäldern leben.
Ernährung
Larven fressen kleine Wirbellose im Sediment; Imagines jagen verschiedene Fluginsekten.
Jagdstrategie
Larven sind Lauerjäger im Substrat; Imagines sind Ansitzjäger, die Beute im Flug schlagen.
Laichsubstrat
Eier werden im Flug über offenem Wasser abgeworfen; Larven benötigen sandige bis schlammige Substrate.
Überwinterung
Überwinterung erfolgt als Larve im Gewässersediment.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator in aquatischen (Larve) und terrestrischen (Imago) Ökosystemen.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Baumfalke), größere Libellen, Fische (für Larven).
Konkurrenzarten
Andere Gomphiden wie die Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus).
Ökosystemleistung
Regulierung von Insektenpopulationen.
Bedrohungen
Gewässerausbau, übermäßige Sedimentablagerung durch Landwirtschaft, Wasserverschmutzung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Weit getrennte Augen (Gomphidae-Merkmal). Hinterleibsende beim Männchen deutlich keulenförmig verbreitert (Segmente 7-9). Beine sind komplett schwarz ohne gelbe Linien. Die unteren Hinterleibsanhänge der Männchen sind tief gespalten.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator im benthischen Nahrungsnetz der Fließgewässer sowie als Adultus im terrestrischen Bereich.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Gewässerausbau, Uferbefestigung (Verlust von Flachwasserzonen), übermäßiger Wellenschlag durch Schifffahrt, Pestizideinträge und Eutrophierung.
Bestandstrend
Nach starken Rückgängen im 20. Jahrhundert zeigt die Art in Mitteleuropa aktuell eine deutliche Erholung und Wiederbesiedlung ehemaliger Areale durch verbesserte Wasserqualität.
Schutzmaßnahmen
Revitalisierung von Flüssen, Rückbau von Uferbefestigungen, Anlage von Gewässerrandstreifen zur Reduktion von Stoffeinträgen, Erhalt natürlicher Sedimentationsprozesse.