Ostschermaus
Arvicola amphibius
Die Ostschermaus ist ein kräftig gebautes Nagetier aus der Unterfamilie der Wühlmäuse. Sie besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen, von den Uferzonen stehender und fließender Gewässer bis hin zu trockenen Wiesen, wo sie ausgedehnte unterirdische Gangsysteme anlegt. Charakteristisch sind der plumpe Körperbau, die im Fell fast verborgenen Ohren und der im Vergleich zu anderen Wühlmäusen relativ lange Schwanz.

Details
Erkennungsmerkmale
Stumpfe Schnauze, kleine Augen, Ohren ragen kaum aus dem dichten Fell hervor, Schwanzlänge beträgt etwa halbe Körperlänge.
Sozialverhalten
Lebt in Familiengruppen innerhalb territorialer Reviere; Männchen sind während der Paarungszeit besonders territorial.
Ernährung
Nahezu ausschließlich herbivor; ernährt sich von Wurzeln, Knollen, Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen.
Überwinterung
Winteraktiv; legt in tiefer gelegenen Gangsystemen Vorratskammern mit Wurzeln und Knollen an.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Beute für Prädatoren; fördert durch Grabetätigkeit die Bodendurchmischung und schafft Mikrohabitate.
Natürliche Feinde
Rotfuchs, Hermelin, Mauswiesel, Graureiher, Schleiereule, Waldkauz, Hecht.
Konkurrenzarten
Bisamratte (im aquatischen Bereich), Wanderratte, Feldmaus.
Ökosystemleistung
Bioturbation (Bodenbelüftung und Nährstoffverteilung) sowie Samenverbreitung.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch Entwässerung von Feuchtwiesen, Uferverbauung und intensive landwirtschaftliche Bekämpfung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Große Wühlmaus mit stumpfer Schnauze und kleinen, fast völlig im Fell verborgenen Ohren. Der Schwanz ist behaart und erreicht etwa 50-70% der Körperlänge. Kräftige Grabkrallen.
Lebensraum
Uferzonen von stehenden und langsam fließenden Gewässern mit dichter Vegetation (Schilf, Seggen). Terrestrische Formen besiedeln auch Wiesen, Obstgärten und Deiche mit hohem Grundwasserstand.
Ernährung
Fast ausschließlich herbivor: Wasserpflanzen, Gräser, Kräuter, Wurzeln, Knollen und Baumrinde. Selten Insekten oder kleine Fische.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Lebensraumverlust durch Gewässerverbauung und Trockenlegung von Feuchtwiesen; Prädation durch den invasiven Mink; direkte Bekämpfung als Schädling.
Bestandstrend
Global stabil, aber in Westeuropa (insb. Großbritannien) dramatische Rückgänge. In Deutschland regional stabil bis abnehmend.
Schutzmaßnahmen
Renaturierung von Fließgewässern, Erhalt von Uferrandstreifen, Management invasiver Prädatoren (Mink-Kontrolle).