Flügelsporiger Wasserpilz
Alatospora acuminata
Der Flügelsporige Wasserpilz ist ein Vertreter der aquatischen Hyphomyceten, die eine entscheidende Rolle im Nährstoffkreislauf von Fließgewässern spielen. Er besiedelt bevorzugt das Falllaub von Laubbäumen in kühlen, gut durchlüfteten Bächen. Die charakteristische vierstrahlige Form seiner Sporen ermöglicht eine effiziente Verankerung auf Substraten selbst in starker Strömung. Durch den enzymatischen Abbau von Zellulose und Lignin macht er das Laub für aquatische Wirbellose als energiereiche Nahrungsquelle verfügbar.
Details
Erkennungsmerkmale
Mikroskopisch kleine, vierstrahlige Konidien (Ankerform), die meist in Schaumansammlungen von Bächen nachgewiesen werden können.
Ernährung
Saprobiontisch; ernährt sich durch den Abbau von pflanzlichem Detritus (Blattmaterial).
Überwinterung
Aktiv in kalten Wintermonaten während des Haupteintrags von Falllaub.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärzersetzer; wandelt schwer verdauliches Laub in Pilzbiomasse um und macht es so für Shredder (z.B. Flohkrebse) nutzbar.
Natürliche Feinde
Aquatische Wirbellose (Makrozoobenthos), insbesondere 'Shredder'.
Konkurrenzarten
Andere aquatische Hyphomyceten wie Tetracladium-Arten.
Ökosystemleistung
Stoffkreislauf in Gewässern, Selbstreinigungskraft durch Abbau organischer Stoffe.
Bedrohungen
Gewässerbegradigung, Verlust von Ufergehölzen, Pestizideintrag und thermische Belastung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die tetraradiaten (vierarmigen) Konidien. Sie bestehen aus einer Hauptachse und drei davon ausgehenden Ästen, die meist in einer Ebene liegen. Die Konidienarme sind typischerweise 15-25 µm lang und etwa 0,5-1 µm breit. Die Form dient der Verankerung in strömendem Wasser.
Lebensraum
Sauerstoffreiche, kühle, meist oligotrophe bis mesotrophe Bäche und Flüsse mit natürlichem Uferbewuchs.
Fortpflanzung
Hauptsächlich asexuell durch die Produktion von Konidien an Konidiophoren unter Wasser.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Gewässerverschmutzung, Versauerung, Eutrophierung durch Landwirtschaft, Verlust von Ufergehölzen und Begradigung von Bächen.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Fließgewässern, Erhalt von Laubmischwäldern in Uferzonen, Reduktion von Nährstoffeinträgen.