Rotauge
Rutilus rutilus
Das Rotauge ist ein weit verbreiteter Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenartigen (Leuciscidae). Es zeichnet sich durch einen seitlich abgeflachten Körper, silbrige Schuppen und eine charakteristische rote Iris aus. Die Art ist extrem anpassungsfähig und besiedelt stehende sowie langsam fließende Gewässer in ganz Europa und Westasien. Als Schwarmfisch bildet es oft große Bestände und stellt eine wesentliche Nahrungsgrundlage für viele Raubfische dar.

Details
Erkennungsmerkmale
Rote Iris, silbrige Flanken, Bauchflossen setzen senkrecht unter dem vorderen Ansatz der Rückenflosse an.
Sozialverhalten
Ausgeprägter Schwarmfisch, der oft gemischte Schwärme mit anderen Cypriniden wie Brachsen bildet.
Ernährung
Omnivor; ernährt sich von Zooplankton, kleinen Krebstieren, Insektenlarven, Algen und Wasserpflanzen.
Jagdstrategie
Aktive Suche nach Nahrung im Freiwasser (Pelagial) oder am Gewässergrund (Benthos).
Laichsubstrat
Wasserpflanzen, Wurzeln oder Steine in flachen Uferbereichen (Haftlaicher).
Überwinterung
Zieht sich in tiefere, strömungsarme Gewässerbereiche zurück und reduziert den Stoffwechsel.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Konsument im aquatischen Nahrungsnetz und Hauptbeute für Raubfische und Wasservögel.
Natürliche Feinde
Hecht, Zander, Flussbarsch, Kormoran, Fischreiher, Fischotter.
Konkurrenzarten
Brachse, Rotfeder, Güster (Konkurrenz um Nahrung und Lebensraum).
Ökosystemleistung
Regulierung von Plankton- und Insektenpopulationen; Basis für die Fischereiökonomie von Raubfischen.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch Gewässerverbauung, starke Überdüngung und Prädationsdruck durch Kormorane.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Morphologie & Identifikation
Färbung
Rücken dunkelgrün bis bläulich, Flanken silbrig glänzend, Bauch weißlich. Charakteristisch ist die auffällig rot gefärbt Iris der Augen. Bauch- und Afterflossen sind rötlich bis kräftig rot.
Erkennungsmerkmale
Rote Iris; Ansatz der Rückenflosse befindet sich senkrecht über oder nur geringfügig hinter dem Ansatz der Bauchflossen; endständiges Maul; Schlundzähne einreihig (meist 5-5 oder 6-5).
Verwechslungsarten
Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) - hat oberständiges Maul und Rückenflosse deutlich hinter Bauchflossenansatz; Alant (Leuciscus idus) - hat kleinere Schuppen; Hasel (Leuciscus leuciscus).
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln zur Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag auf Kopf und Körper.
Habitat & Lebensraum
Fischregion
Brachsenregion (Metapotamal), kommt jedoch eurytop in fast allen Gewässertypen vor.
Bevorzugte Zone
Litoralzone stehender Gewässer und strömungsberuhigte Bereiche von Fließgewässern.
Strömungspräferenz
Eurytop, bevorzugt stehende bis langsam fließende Gewässer (stagnophil bis indifferenter Rheotyp).
Substratpräferenz
Sand, Kies, aber auch schlammiger Untergrund mit Makrophytenbewuchs.
Sauerstoffbedarf
Mäßig; tolerant gegenüber zeitweiligem Sauerstoffmangel.
Migration
Wanderverhalten
Kurzdistanzwanderungen zu Laichplätzen in flachen Uferbereichen oder Nebengewässern.