Schlanke Krabbenspinne
Tibellus oblongus
Die Schlanke Krabbenspinne, auch Halmkrabbenspinne genannt, zeichnet sich durch einen extrem langgestreckten, zylindrischen Körper aus. Ihre Färbung ist meist strohgelb bis hellbraun mit markanten dunklen Längsstreifen, was ihr eine exzellente Tarnung auf Grashalmen verleiht. Im Gegensatz zu echten Krabbenspinnen gehört sie zur Familie der Laufspinnen (Philodromidae). Sie baut keine Fangnetze, sondern verlässt sich auf ihre Tarnung und Geschwindigkeit beim Jagen.
Details
Erkennungsmerkmale
Extrem langgestreckter Opisthosoma (Hinterleib); helle Grundfarbe mit dunklem Mittelstreifen und oft zwei feinen Seitenstreifen; Augenstellung in zwei Reihen (4-4); Beine in Ruheposition eng an den Halm geschmiegt.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; zeigt territoriales Verhalten und Kannibalismus gegenüber kleineren Artgenossen.
Ernährung
Ernährt sich von verschiedenen Fluginsekten, Blattläusen und anderen kleinen Arthropoden, die auf Gräsern leben.
Jagdstrategie
Lauerjäger; die Spinne sitzt regungslos gestreckt auf Halmen und greift Beute, die in Reichweite kommt, blitzschnell an.
Laichsubstrat
Eikokon wird an Grashalmen oder Blättern befestigt und vom Weibchen bewacht.
Überwinterung
Überwinterung als Subadult oder Adult in der Bodenstreu oder unter Rinde.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator von Insekten in Grasland-Ökosystemen; trägt zur biologischen Schädlingskontrolle bei.
Natürliche Feinde
Vögel, Eidechsen, Wegwespen (Pompilidae) und größere räuberische Arthropoden.
Konkurrenzarten
Andere Philodromidae-Arten und echte Krabbenspinnen (Thomisidae) im selben Habitat.
Ökosystemleistung
Regulation von Insektenpopulationen in Wiesen und Feldern.
Bedrohungen
Intensive Landwirtschaft, häufige Mahd von Wiesen und der Verlust von naturnahen Grasbiotopen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Stark verlängerter, schlanker Körperbau (Opisthosoma etwa dreimal so lang wie breit). Charakteristisch sind zwei kleine, schwarze Punkte im hinteren Drittel des Hinterleibs (fehlen bei ähnlichen Arten oft). Die Beine II sind deutlich länger als die Beine I.
Lebensraum
Offene, sonnige Standorte mit hoher Vegetation, insbesondere Halbtrockenrasen, Dünen, Feuchtwiesen, Moore und Waldränder.