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Vogel

Kolbenente

Netta rufina

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Die Kolbenente ist eine massige Tauchente mit einem charakteristischen, hohen Rundkopf. Das Männchen ist im Prachtkleid unverwechselbar durch seinen leuchtend fuchsroten Kopf, den scharlachroten Schnabel und die schwarze Brust. Weibchen sind schlichter hellbraun gefärbt mit auffällig hellen Wangen, die stark mit der dunklen Scheitelkappe kontrastieren. Sie bewohnt bevorzugt große, nährstoffreiche Stillgewässer mit reichem Makrophytenbewuchs.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Männchen mit fuchsrotem Kopf und rotem Schnabel; Weibchen mit weißlichen Wangen und dunkler Kappe; im Flug breites weißes Flügelband bei beiden Geschlechtern.

🐠

Sozialverhalten

Sehr gesellig, bildet außerhalb der Brutzeit oft große Trupps, teilweise in Vergesellschaftung mit anderen Entenarten.

🍽️

Ernährung

Überwiegend vegetarisch; ernährt sich primär von Armleuchteralgen (Chara), Laichkräutern und deren Samen, ergänzt durch aquatische Insekten.

🎯

Jagdstrategie

Gründeln in flachem Wasser oder Tauchen nach Makrophyten in Tiefen bis zu 4 Metern.

❄️

Überwinterung

Überwinterung auf großen, tiefen Binnenseen, die nicht vollständig zufrieren, oder Migration nach Südwesteuropa.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Konsument von Unterwasservegetation; trägt zur Ausbreitung von Wasserpflanzen durch Endozoochorie bei.

🦅

Natürliche Feinde

Raubsäuger wie Füchse; Greifvögel; Hechte (für Küken).

⚔️

Konkurrenzarten

Andere Tauchenten wie Tafelente und Reiherente.

🌟

Ökosystemleistung

Regulierung der Makrophytendichte und Förderung der pflanzlichen Biodiversität durch Samenausbreitung.

⚠️

Bedrohungen

Eutrophierung der Gewässer (Verlust von Characeen), Störungen durch Freizeitnutzung, Verlust von Schilfgürteln.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Entenvögel
Ordnung
Gänsevögel
Körperlänge
53 – 57 cm
Flügelspannweite
84 – 90 cm
Gewicht
800 – 1500 g
Lebenserwartung
5 – 14 years
Beinfarbe
Männchen: orange-rot; Weibchen: bräunlich bis grau-rosa.

Brutkleid

Das Männchen im Prachtkleid ist unverwechselbar: auffällig fuchsroter, voluminöser Kopf mit aufstellbarer Federhaube, leuchtend korallenroter Schnabel, schwarze Brust, schwarzer Bauch und schwarzes Hinterteil, kontrastierend zu reinweißen Flanken und einem braunen Rücken.

Schlichtkleid

Das Schlichtkleid des Männchens ähnelt dem Weibchen, behält jedoch den roten Schnabel. Das Weibchen ist insgesamt graubraun mit einer markanten hellgrauen bis weißlichen Wangenpartie, die sich scharf von der dunklen Oberkopfkappe absetzt.

Jugendkleid

Ähnlich dem Weibchen, jedoch insgesamt eintöniger braun gefärbt; die Abgrenzung zwischen der dunklen Kopfkappe und den hellen Wangen ist weniger scharf ausgeprägt als bei adulten Weibchen.

Geschlechtsdimorphismus

Stark ausgeprägt. Während das Männchen im Prachtkleid durch extrem kontrastreiche Farben und den roten Schnabel auffällt, ist das Weibchen zur Tarnung schlicht graubraun gefärbt.

Erkennungsmerkmale

Großer, runder Kopf (besonders beim Erpel durch die Federhaube), leuchtend roter Schnabel des Männchens, helles Wangenfeld des Weibchens. Im Flug zeigen beide Geschlechter ein breites, weißes Flügelband.

Verwechslungsarten

Weibchen können mit der Moorente (Aythya nyroca) verwechselt werden, diese ist jedoch dunkler mahagonibraun und hat weiße Unterschwanzdecken. Die Kolbenente ist größer und hat ein helleres Gesicht.

Schnabel

Männchen: leuchtend korallenrot; Weibchen: dunkelgrau bis schwarz mit einer rosa-roten Binde vor der dunklen Schnabelspitze.

Stimme

Rufaktivität
Hauptsächlich während der Balzzeit im Spätwinter und Frühjahr (Februar bis Mai).

Gesang

Wenig ausgeprägt; während der Balz stößt das Männchen ein heiseres, nasales 'bää-ä' oder 'we-we-we' aus.

Rufe

Das Weibchen ruft ein raues, knarrendes 'kurr-kurr-kurr', oft im Flug oder bei Erregung.

Verbreitung & Migration

Zugverhalten
Teilzieher
Ankunft (Monate)Mär – Apr
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Abzug (Monate)Sep – Nov
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D

Brutverbreitung

Diskontinuierliches Verbreitungsgebiet von Südwesteuropa (Spanien) über Mitteleuropa (Bodensee, Bayern) bis Zentralasien. In Deutschland Schwerpunktvorkommen im Alpenvorland.

Überwinterungsgebiet

Mittelmeerraum, Schwarzmeerregion, Kaspisches Meer und Südasien. In Mitteleuropa zunehmend Überwinterer an eisfreien großen Seen (z.B. Bodensee).

Zugverhalten Details

Teilzieher; nordöstliche Populationen ziehen nach Südwesten, während Populationen in milderen Regionen Standvögel sind oder nur kurze Distanzen zu Mauserplätzen wandern.

Habitat

Reviergröße
Keine strengen Reviere; Nester werden oft in lockeren Kolonien oder in der Nähe von Lachmöwenkolonien angelegt.

Bruthabitat

Große, eher tiefe Stillgewässer mit hoher Wasserqualität (mesotroph), die ausgedehnte Unterwasserwiesen aus Armleuchteralgen (Characeae) und dichte Schilfgürtel aufweisen.

Nahrungshabitat

Klarwasserzonen von Seen mit reichem Makrophytenwuchs, insbesondere in Tiefen von 2 bis 4 Metern.

Brutbiologie

BrutzeitMai – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Neststandort
Bodenbrüter
Gelegegröße
8 – 12 eggs
Bruten pro Jahr
1 – 1 broods
Brutdauer (Tage)
26 – 28 days
Nestlingszeit (Tage)
45 – 55 days

Nestbau

Eine Mulde am Boden in dichter Ufervegetation oder auf schwimmenden Schilfmatten, ausgekleidet mit Halmen und einer dicken Schicht dunkler Daunen.

Eier

Glatt, schwach glänzend, cremefarben bis blassgrünlich oder steingrau.

Brutpflege

Alleinige Brutpflege durch das Weibchen; die Küken sind Nestflüchter und werden nach dem Schlüpfen zum Wasser geführt.

Ernährung & Verhalten

Aktivität
Tagaktiv

Nahrung Brutzeit

Überwiegend vegetarisch: Armleuchteralgen (Characeae), Laichkräuter (Potamogeton), Wurzeln und Sprosse; ergänzend Wasserinsekten und deren Larven.

Nahrung Winter

Fast ausschließlich pflanzlich, insbesondere Rhizome und wintergrüne Teile von Wasserpflanzen.

Nahrungserwerb

Gründeln, Eintauchen des Vorderkörpers (Kopf-unten-Stellung) und gelegentliches Tauchen; nimmt eine Zwischenstellung zwischen Schwimm- und Tauchenten ein.

Jagdstrategie

Spezialisierter Konsument von Makrophyten, nutzt vor allem die benthische Vegetation in Flachwasserbereichen.

Sozialverhalten

Außerhalb der Brutzeit sehr gesellig; bildet auf Mauser- und Rastgewässern Trupps von mehreren tausend Individuen.

Schwarmverhalten

Bildung dichter Schwärme auf dem offenen Wasser, oft vergesellschaftet mit Tafelenten (Aythya ferina).

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Eutrophierung von Gewässern (Verlust von Armleuchteralgen), Störungen durch Freizeitaktivitäten (Wassersport), Habitatverlust durch Uferverbauung.

Bestandstrend

In Mitteleuropa stark zunehmend und Ausbreitung nach Norden/Westen (Arealexpansion); global stabil.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Klarwasserseen, Reduktion von Nährstoffeinträgen zur Förderung von Makrophyten, Einrichtung von Ruhezonen auf großen Seen.

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