Wasser-Zitronenpilz
Vibrissea truncorum
Der Wasser-Zitronenpilz, auch Bach-Kreisling genannt, ist ein seltener Schlauchpilz aus der Ordnung der Helotiales. Er besiedelt totes, meist entrindetes Laubholz, das in kalten, schnell fließenden und sauerstoffreichen Gebirgsbächen liegt. Die Fruchtkörper erscheinen im Frühjahr und Sommer und ragen oft knapp über die Wasseroberfläche hinaus oder befinden sich in der Spritzwasserzone. Aufgrund seiner hohen Ansprüche an die Wasserqualität gilt er als Bioindikator für unbelastete Gewässer.

Details
Erkennungsmerkmale
Leuchtend gelbes bis orangefarbenes, scheibenförmiges Köpfchen (2-6 mm Durchmesser) auf einem weißlich-grauen bis bläulichen Stiel.
Ernährung
Saprotroph; der Pilz ernährt sich durch den Abbau von Lignin und Cellulose aus untergetauchtem Totholz.
Überwinterung
Überwinterung als Myzel im Substrat (untergetauchtes Holz).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primärzersetzer von Totholz in aquatischen Ökosystemen; führt Nährstoffe in die Nahrungskette zurück.
Natürliche Feinde
Aquatische Insektenlarven (z.B. Köcherfliegenlarven) und Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere aquatische hyphomyceten und holzzersetzende Pilze.
Ökosystemleistung
Stoffkreislaufregulierung durch Abbau von organischem Material in Fließgewässern.
Bedrohungen
Gewässerverschmutzung, Eutrophierung, Bachverbauung und die Entfernung von Totholz aus Gewässern.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist das aquatische Habitat auf untergetauchtem Holz in sauberen Bächen. Mikroskopisch durch extrem lange, fadenförmige Ascosporen (bis zu 250 µm) gekennzeichnet, die oft bündelweise aus den Asci ragen.
Lebensraum
Schnell fließende, saubere, oligotrophe bis mesotrophe Gebirgs- und Mittelgebirgsbäche; bevorzugt in der Spritzwasserzone oder direkt unter der Wasseroberfläche.
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung über Ascosporen, die in spezialisierten Schläuchen (Asci) gebildet werden.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Gewässerverschmutzung (Eutrophierung), Bachverbauung, Entfernung von Totholz (Gewässerunterhaltung) und Erwärmung der Gewässer durch den Klimawandel.
Schutzmaßnahmen
Erhalt naturnaher Bachdynamik, Belassen von Totholz in Fließgewässern, Schutz von Quellbereichen und Reduktion von Nährstoffeinträgen.