Spitze Sumpfdeckelschnecke
Viviparus contectus
Die Spitze Sumpfdeckelschnecke ist eine große Süßwasserschnecke mit einem bis zu 5 cm hohen Gehäuse, das sieben stark gewölbte Windungen und eine sehr spitze Spitze aufweist. Sie gehört zu den Kiemenschnecken und besitzt einen Deckel (Operculum), mit dem sie ihre Gehäusemündung fest verschließen kann. Diese Art ist ovovivipar, was bedeutet, dass sie lebende Jungtiere zur Welt bringt, die sich zuvor im Körper des Muttertiers entwickelt haben. Man findet sie bevorzugt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit reichlich Vegetation und schlammigem Untergrund.
Details
Erkennungsmerkmale
Gehäuse mit sehr spitzem Apex, tief eingeschnürte Nähte (Suturen), Gehäusemündung oben spitz zulaufend, meist drei rötlich-braune Längsbänder auf gelblich-grünem Grund.
Sozialverhalten
Überwiegend einzelgängerisch, tritt jedoch bei guten Bedingungen in hohen Individuendichten auf.
Ernährung
Allesfresser und Filtrierer; ernährt sich von Algenaufwuchs, Detritus und kann mit Hilfe von Schleimnetzen Nahrungspartikel aus dem Wasser filtern.
Jagdstrategie
Passives Abweiden von Oberflächen und aktives Filtern der Wassersäule.
Laichsubstrat
Kein Substrat erforderlich, da die Art lebendgebärend (ovovivipar) ist.
Überwinterung
Überwintert eingegraben im Schlamm am Grund des Gewässers.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent im Ökosystem; trägt zur Nährstoffremobilisierung bei und dient als Beute für diverse Wirbeltiere.
Natürliche Feinde
Karpfenartige Fische, Entenvögel, Bisamratten und größere Krebse.
Konkurrenzarten
Viviparus viviparus (Stumpfe Sumpfdeckelschnecke) in Grenzhabitaten.
Ökosystemleistung
Wasserklärung durch Filtration und Abbau von organischem Material am Gewässergrund.
Bedrohungen
Gewässerverbauung, übermäßige Eutrophierung und das Trockenlegen von Flachwasserzonen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal ist der sehr spitze Apex (Gehäusespitze), der die Art von Viviparus viviparus unterscheidet. Zudem besitzt sie einen deutlich offenen, tiefen Nabel (Umbilicus) und ein horniges Operculum mit konzentrischen Zuwachsstreifen. Die Windungen sind deutlich stärker aufgetrieben als bei verwandten Arten.
Fortpflanzung
Getrenntgeschlechtlich und ovovivipar; die Weibchen bringen nach einer internen Entwicklungszeit von mehreren Monaten fertig entwickelte Jungtiere zur Welt.