Großer Fuchs
Nymphalis polychloros
Der Große Fuchs ist ein markanter Tagfalter aus der Familie der Edelfalter. Seine Flügeloberseiten sind intensiv orangebraun mit charakteristischen schwarzen Flecken und einem dunklen Rand, der bläuliche Flecken aufweisen kann. Er ist eng an Waldränder, Lichtungen und alte Obstgärten gebunden, wo seine Raupen gesellig an verschiedenen Laubbäumen fressen. Die Art überwintert als ausgewachsener Falter in hohlen Bäumen oder Gebäuden und gehört zu den ersten Schmetterlingen im Frühjahr.

Details
Erkennungsmerkmale
Orangebraune Grundfarbe, vier schwarze Flecken am Vorderrand der Vorderflügel, dunkler Saum mit blauen Mondflecken (oft verwaschen), Unterseite graubraun marmoriert (Rindentarnung).
Sozialverhalten
Die Falter leben einzelgängerisch, während die Raupen in den ersten Stadien gesellig in gemeinsamen Gespinsten leben.
Ernährung
Adulte ernähren sich primär von austretenden Baumsäften und faulendem Obst, seltener von Blütennektar (z.B. Weidenkätzchen). Die Raupen fressen Blätter von Laubbäumen.
Laichsubstrat
Zweige von Laubbäumen wie Weiden (Salix), Ulmen (Ulmus), Pappeln (Populus) oder Obstbäumen.
Überwinterung
Überwinterung als Imago (ausgewachsener Falter) an geschützten Orten wie Baumhöhlen, Kellern oder Dachböden.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bestäuber im Frühjahr; Raupen dienen als Nahrungsquelle für Vögel und Schlupfwespen; Adulte werden von Vögeln und Fledermäusen erbeutet.
Natürliche Feinde
Vögel, Fledermäuse, Webspinnen, Schlupfwespen (Parasitoide der Raupen).
Konkurrenzarten
Andere Edelfalter wie der Kleine Fuchs (Aglais urticae) oder der Trauermantel (Nymphalis antiopa) bei der Nahrungssuche an Saftstellen.
Ökosystemleistung
Bestäubung von frühblühenden Gehölzen.
Bedrohungen
Verlust von Lebensräumen durch intensive Forstwirtschaft, Rückgang der Ulmen (Ulmensterben), Entfernung von Weichhölzern und Einsatz von Pestiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größer als Aglais urticae; besitzt vier schwarze Flecken am Vorderrand der Vorderflügel (A. urticae hat drei). Die Grundfarbe ist weniger intensiv orange, eher gelblich-braun. Die Beine sind hell behaart. Im Gegensatz zu Nymphalis xanthomelas sind die Beine beim Großen Fuchs dunkelbraun bis schwarz und die weißen Flecken am Flügelvorderrand fehlen oder sind diffus (Quelle: Lepiforum, BfN).
Lebensraum
Lichte Laubwälder, Waldränder, Streuobstwiesen, Alleen, Parks und große Gärten mit altem Baumbestand. Bevorzugt warme, sonnige Standorte.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Rückgang der Ulmen durch das Ulmensterben, Intensivierung der Forstwirtschaft (Entfernung von Weichlaubhölzern), Verlust von Streuobstwiesen und Einsatz von Insektiziden.
Bestandstrend
Stark fluktuierend; in Deutschland auf der Vorwarnliste (V), regional teilweise gefährdet (RL 3). In den letzten Jahren gab es Anzeichen für eine leichte Erholung in einigen Regionen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Förderung von Weichlaubhölzern (Weiden, Espen) im Wald, Schutz von Ulmenbeständen, Erhalt von Streuobstwiesen und Verzicht auf Pestizide in Waldrandnähe.