Teichfledermaus
Myotis dasycneme
Die Teichfledermaus ist eine mittelgroße europäische Fledermausart, die eng an große, offene Wasserflächen gebunden ist. Sie jagt bevorzugt in geringer Höhe über Kanälen, Flüssen und Seen nach wassergebundenen Insekten. Charakteristisch sind ihre auffallend großen Füße, die als Anpassung an das Fangen von Beute direkt von der Wasseroberfläche dienen. Die Art ist ein typischer Bewohner des Tieflands und nutzt Gebäude als Sommerquartiere sowie Höhlen oder Stollen zur Überwinterung.

Details
Erkennungsmerkmale
Große Füße (über 10 mm), graubraunes Rückenfell, scharf abgesetzte weißgraue Unterseite, Ohren mit kurzem, stumpfem Tragus.
Sozialverhalten
Bildet im Sommer soziale Wochenstubengesellschaften aus Weibchen; Männchen leben meist einzeln oder in kleinen Junggesellengruppen.
Ernährung
Spezialisiert auf wassergebundene Insekten, insbesondere Zuckmücken (Chironomidae), Köcherfliegen und gelegentlich kleine Nachtfalter.
Jagdstrategie
Trawler-Jagdweise; fängt Insekten im Flug direkt von der Wasseroberfläche unter Einsatz der großen Füße oder der Schwanzflughaut.
Überwinterung
Winterschlaf in feuchten, frostfreien unterirdischen Quartieren wie Höhlen, Stollen, Bunkern oder Kellern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator für Insektenpopulationen in Feuchtgebieten; trägt zur biologischen Kontrolle von Mücken bei.
Natürliche Feinde
Eulen (z. B. Schleiereule), Greifvögel, Hauskatzen (an Quartieren) und Marder.
Konkurrenzarten
Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) aufgrund ähnlicher Jagdhabitate und Beutespektren.
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Konsum großer Mengen an Insekten.
Bedrohungen
Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierung, Wasserverschmutzung, Pestizideinsatz und Zerschneidung von Flugkorridoren durch künstliches Licht.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch sind die sehr großen Füße (über 10 mm Länge), die zur Jagd an der Wasseroberfläche dienen. Die Ohren sind relativ kurz und ragen angelegt kaum über die Schnauzenspitze hinaus. Der Tragus ist schmal und etwa halb so lang wie das Ohr.
Lebensraum
Bevorzugt große, offene Wasserflächen wie Seen, breite Kanäle und langsam fließende Flüsse als Jagdgebiete. Wochenstuben befinden sich meist in Gebäuden (Dachböden), Winterquartiere in feuchten Höhlen, Stollen oder Bunkern.
Ernährung
Opportunistische Insektenfresser; Hauptnahrung sind Zuckmücken (Chironomidae), Köcherfliegen (Trichoptera), kleine Nachtfalter und gelegentlich aquatische Krustentiere.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Quartieren durch energetische Gebäudesanierung, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, Gewässerverschmutzung und Lichtverschmutzung an Flugrouten.
Bestandstrend
Stabil bis leicht abnehmend; in Deutschland als 'stark gefährdet' (Rote Liste 2) eingestuft aufgrund der Abhängigkeit von spezifischen Quartiertypen.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Erhalt von Wochenstuben in Gebäuden, Sicherung von Winterquartieren, Förderung insektenreicher Gewässer, Anlage von Hecken als Leitstrukturen.