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Vogel

Kormoran

Phalacrocorax carbo

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Der Kormoran ist ein großer, fast gänzlich schwarz gefiederter Wasservogel mit einem kräftigen, am Ende hakenförmig gebogenen Schnabel. Er besiedelt sowohl Küsten als auch Binnengewässer und ist für seine außergewöhnlichen Tauchfähigkeiten bei der Fischjagd bekannt. Ein typisches Merkmal ist das Sitzen mit weit ausgebreiteten Flügeln, um das Gefieder zu trocknen, da dieses nicht vollständig wasserabweisend ist.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Schwarzes Gefieder mit metallischem Glanz, gelber Kehlfleck, weißer Wangenfleck, hakenförmiger Schnabel, im Prachtkleid weißer Schenkelfleck und weißliche Kopffedern.

🐠

Sozialverhalten

Sehr gesellig; brütet in Kolonien, schläft auf gemeinsamen Schlafplätzen und jagt oft gemeinschaftlich in organisierten Gruppen.

🍽️

Ernährung

Fast ausschließlich fischfressend; opportunistischer Jäger einer Vielzahl von Fischarten, meist bodennah lebende Arten zwischen 10 und 25 cm Länge.

🎯

Jagdstrategie

Sichtjäger; taucht von der Wasseroberfläche ab und verfolgt Beutefische schwimmend unter Wasser unter Einsatz der Füße als Antrieb.

❄️

Überwinterung

Überwinterung an eisfreien Küsten, großen Seen oder Flüssen; Bildung von großen Winterschlafplätzen.

Ökologie

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Ökologische Rolle

Spitzenprädator in aquatischen Ökosystemen; reguliert Fischpopulationen und transportiert durch Guano erhebliche Nährstoffmengen in die Umgebung der Kolonien.

🦅

Natürliche Feinde

Seeadler, Waschbären und Marder an Nestern, große Möwen als Eier- und Kükenräuber.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere fischfressende Arten wie Graureiher, Gänsesäger und Fischotter.

🌟

Ökosystemleistung

Regulierung von Massenfischbeständen; Guano dient lokal als hochwirksamer Dünger für die Vegetation.

⚠️

Bedrohungen

Illegale Verfolgung und Vergrämung durch den Menschen (Fischereikonflikt), Verlust von ungestörten Brutplätzen, Verheddern in Fischnetzen.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Kormorane (Phalacrocoracidae)
Ordnung
Tölpelartige (Suliformes)
Körperlänge
77 – 94 cm
Flügelspannweite
121 – 149 cm
Gewicht
1800 – 3700 g
Lebenserwartung
10 – 23 years
Beinfarbe
Schwarz bis dunkelgrau.

Brutkleid

Glänzend blauschwarzes Gefieder mit metallischem Schimmer. Auffälliger weißer Schenkelfleck und weiße Befiederung an Kehle und Wangen. Am Hinterkopf und Nacken befinden sich feine, weiße Schmuckfedern (Filoplumen).

Schlichtkleid

Matteres, eher bräunlich-schwarzes Gefieder ohne den weißen Schenkelfleck und ohne die weißen Schmuckfedern am Kopf. Die Kehle bleibt meist hell.

Jugendkleid

Oberseite dunkelbraun, Unterseite variabel von schmutzig weiß bis hellbraun gefleckt. Die Kehle ist hell, das Gefieder wirkt insgesamt matter und weniger kontrastreich als bei Adulten.

Geschlechtsdimorphismus

Gering ausgeprägt; Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Weibchen, die Gefiederfärbung ist jedoch identisch.

Erkennungsmerkmale

Großer, dunkler Wasservogel mit kräftigem, am Ende hakenförmig gebogenem Schnabel. Charakteristische aufrechte Sitzhaltung, oft mit ausgebreiteten Flügeln zum Trocknen des Gefieders. Gelber Kehlsackansatz.

Verwechslungsarten

Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis) - kleiner, dünnerer Schnabel, im Prachtkleid mit kleiner Haube; Zwergscharbe (Microcarbo pygmaeus) - deutlich kleiner, kürzerer Schnabel.

Schnabel

Kräftig, grau bis schwärzlich, an der Spitze deutlich hakenförmig nach unten gebogen. Die Basis des Unterschnabels weist eine nackte, gelbe bis orangefarbene Hautpartie auf.

Stimme

Rufaktivität
Hauptsächlich während der Fortpflanzungszeit in den Kolonien (März bis Juli).

Gesang

Kein eigentlicher Gesang; in den Kolonien verschiedene gutturale Lautäußerungen.

Rufe

Tiefe, raue, krächzende Laute wie 'rrow-rrow' oder 'kraw', hauptsächlich am Nest oder in der Kolonie zu hören.

Verbreitung & Migration

Zugverhalten
Teilzieher
Ankunft (Monate)Feb – Apr
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Abzug (Monate)Sep – Nov
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D

Brutverbreitung

Nahezu weltweit verbreitet; in Europa vor allem an den Küsten (P. c. carbo) und an Binnengewässern (P. c. sinensis). Weite Teile Eurasiens, Afrikas und Australiens.

Überwinterungsgebiet

Teilweise Standvögel, teilweise Zugvögel. Europäische Populationen überwintern an eisfreien Gewässern in Mittel- und Südeuropa sowie im Mittelmeerraum.

Zugverhalten Details

In Mitteleuropa überwiegend Kurzstreckenzieher oder Teilzieher; Vögel aus Nordosteuropa ziehen nach Südwesten.

Habitat

Reviergröße
Verteidigt nur die unmittelbare Nestumgebung innerhalb der Kolonie; Nahrungsreviere sind nicht exklusiv.

Bruthabitat

Koloniebrüter an Küstenklippen (atlantische Rasse) oder in hohen Bäumen in der Nähe von fischreichen Binnengewässern, Seen und großen Flüssen (kontinentale Rasse).

Nahrungshabitat

Große Binnenseen, Flüsse, Ästuare und flache Küstengewässer. Bevorzugt Gewässer mit hoher Fischdichte und ausreichenden Sitzwarten.

Brutbiologie

BrutzeitMär – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Neststandort
Baumbrüter
Gelegegröße
2 – 6 eggs
Bruten pro Jahr
1 – 1 broods
Brutdauer (Tage)
27 – 31 days
Nestlingszeit (Tage)
50 – 60 days

Nestbau

Große Plattform aus Ästen und Zweigen, oft mit Schilf oder Gras ausgepolstert. Durch Kot (Guano) werden die Nester und Bäume oft weiß gefärbt und sterben langfristig ab.

Eier

Länglich-oval, blassblau bis grünlich, meist von einer dicken, kalkig-weißen Schicht überzogen.

Brutpflege

Beide Elternteile brüten und füttern die Jungen durch Auswürgen von vorverdautem Fisch.

Ernährung & Verhalten

Aktivität
Tagaktiv

Nahrung Brutzeit

Ausschließlich fischfressend (piscivor). Das Spektrum umfasst je nach Verfügbarkeit Arten wie Rotauge, Barsch, Brachse oder Aale.

Nahrung Winter

Ähnlich wie zur Brutzeit; opportunistische Jagd auf lokal häufige Fischarten in eisfreien Gewässern.

Nahrungserwerb

Tauchjagd; verfolgt Fische unter Wasser durch aktives Schwimmen mit den Füßen. Kann bis zu 9 Meter tief tauchen.

Jagdstrategie

Sichtjäger; sucht aktiv nach Fischschwärmen oder Einzelbeute. Oft gemeinschaftliche Jagd in Gruppen möglich.

Sozialverhalten

Hochgradig gesellig; brütet in Kolonien, rastet in Gruppen und jagt oft gemeinschaftlich.

Schwarmverhalten

Fliegt oft in V-Formation oder in Linien. Bildet große Schlafgemeinschaften an traditionellen Ruheplätzen.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Verfolgung durch den Menschen (Fischereikonflikte), Zerstörung von Brutkolonien, Verfangen in Fischnetzen, Umweltgifte.

Bestandstrend

Nach starker Zunahme im späten 20. Jahrhundert ist die Population in vielen Teilen Mitteleuropas nun stabil oder leicht rückläufig.

Schutzmaßnahmen

Schutz von Brutkolonien und Schlafbäumen. Managementpläne zur Konfliktlösung mit der Binnenfischerei (Kormoranverordnungen der Länder).

Wikipedia →