Rotavirus A
Rotavirus A
Rotavirus A ist ein doppelsträngiges RNA-Virus aus der Familie der Reoviridae. Es ist die weltweit führende Ursache für schwere, dehydrierende Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Das Virus ist hochgradig infektiös und wird primär über den fäkal-oralen Weg übertragen, wobei es die Enterozyten des Dünndarms infiziert. Aufgrund seines dreischichtigen Kapsids weist es eine hohe Tenazität gegenüber Umwelteinflüssen auf.
Details
Erkennungsmerkmale
Radähnliches Erscheinungsbild unter dem Elektronenmikroskop, unbehülltes Partikel mit ca. 70-100 nm Durchmesser, Genom besteht aus 11 Segmenten doppelsträngiger RNA.
Ernährung
Obligater intrazellulärer Parasit; nutzt den Stoffwechsel der Wirtszelle (Enterozyten) zur Replikation neuer Viruspartikel.
Überwinterung
Hohe Umweltstabilität; überdauert in Wasserreservoirs oder feuchten Oberflächen über Wochen bei niedrigen Temperaturen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pathogen in Wirbeltierpopulationen; beeinflusst die Populationsdynamik durch Morbidität; Bestandteil des aquatischen Viroms nach fäkalem Eintrag.
Natürliche Feinde
Immunsystem des Wirts (Antikörper, T-Zellen), bakterielle Proteasen im Darm, UV-Strahlung und extreme pH-Werte in der Umwelt.
Konkurrenzarten
Andere enterale Erreger wie Noroviren, Astroviren oder pathogene Bakterien (z.B. Escherichia coli, Salmonellen).
Bedrohungen
Flächendeckende Impfprogramme, verbesserte Sanitärhygiene und Trinkwasseraufbereitung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Primär der Gastrointestinaltrakt von Wirten. In der Umwelt findet man es in Abwasser, Oberflächengewässern, Sedimenten und auf kontaminierten Oberflächen, wo es eine hohe Tenazität aufweist.
Ökologische Rolle
Wirkt als Regulator von Wirtspopulationen durch Krankheitsdruck. In aquatischen Ökosystemen dient es als biologischer Indikator für anthropogene fäkale Verunreinigungen.