Hauhechel-Bläuling
Polyommatus icarus
Der Hauhechel-Bläuling ist einer der am häufigsten vorkommenden Tagfalter in Mitteleuropa. Er besiedelt eine Vielzahl von offenen Lebensräumen, von Magerrasen bis hin zu Gartenanlagen. Die Art zeichnet sich durch einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus aus, bei dem die Männchen leuchtend blaue Flügeloberseiten besitzen. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Schmetterlingsblütlern, insbesondere Hornklee und Hauhechel.

Details
Erkennungsmerkmale
Flügelunterseiten graubraun mit schwarzen, weiß umrandeten Augenpunkten und orangefarbenen Randflecken; Basalfleck auf der Vorderflügelunterseite vorhanden.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen zeigen territoriales Verhalten bei der Suche nach Weibchen.
Ernährung
Raupen fressen Blätter von Hülsenfrüchtlern (Fabaceae); Imagines nutzen Nektar einer Vielzahl von Blütenpflanzen.
Laichsubstrat
Blätter und Stängel von Fabaceae, insbesondere Lotus corniculatus und Ononis-Arten.
Überwinterung
Überwinterung als Raupe (L3-Stadium) in der Bodenstreu oder an der Basis der Futterpflanze.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bestäuber und wichtige Nahrungsquelle für insektenfressende Vögel und Wirbellose.
Natürliche Feinde
Vögel, Spinnen, Raubwanzen, Schlupfwespen (Parasitoide).
Konkurrenzarten
Andere Bläulingsarten wie der Silbergrüne Bläuling (Polyommatus coridon) in überlappenden Habitaten.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wildpflanzen und Förderung der Biodiversität.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft, übermäßige Düngung, Verlust von Brachflächen und Pestizideinsatz.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist der Basalfleck in der Zelle auf der Unterseite der Vorderflügel (fehlt bei Polyommatus thersites). Auf der Hinterflügel-Unterseite befindet sich oft ein weißer, keilförmiger Wisch zwischen den orangen Randmonden und der Postdiskalregion. Die Fransen sind rein weiß und nicht gescheckt (Unterschied zu P. bellargus).
Lebensraum
Sehr euryöke Art; besiedelt ein breites Spektrum an Offenlandhabitaten wie Magerrasen, Wiesen, Brachen, Böschungen, Waldränder sowie Gärten und Parks im Siedlungsbereich.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (häufige Mahd, hoher Düngereintrag), Verlust von Brachen und Magerrasen, Habitatfragmentierung und zunehmende Versiegelung der Landschaft.
Bestandstrend
In Deutschland insgesamt stabil und weit verbreitet, jedoch lokale Rückgänge in intensiv genutzten Agrarlandschaften verzeichnet (Rote Liste Deutschland: Ungefährdet).
Schutzmaßnahmen
Förderung einer extensiven Grünlandnutzung, Erhalt von Saumstrukturen, Reduktion des Pestizideinsatzes und Schaffung von Trittsteinbiotopen zur Vernetzung von Populationen.