Zierlicher Hüpferling
Metacyclops gracilis
Der Zierliche Hüpferling ist ein kleiner Vertreter der Cyclopoida, der durch einen besonders schlanken Körperbau gekennzeichnet ist. Er besiedelt bevorzugt stehende Kleingewässer, Gräben und die Uferzonen größerer Seen, meist inmitten von Wasserpflanzen. Die Art ist in Europa weit verbreitet, reagiert jedoch empfindlich auf die Zerstörung von Kleingewässerbiotopen. Wie andere Hüpferling-Arten bewegt er sich ruckartig schwimmend fort.
Details
Erkennungsmerkmale
Körper sehr schlank; erste Antennen kurz (11-gliedrig); Endglieder der Schwimmbeine zweigliedrig; Furkaläste etwa 3-mal so lang wie breit.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt jedoch oft in hohen Individuendichten in geeigneten Habitaten auf.
Ernährung
Allesfresser; ernährt sich von organischem Detritus, Algen, Bakterien und Protozoen.
Jagdstrategie
Filtrierer und Greifer von Kleinstpartikeln und Mikroorganismen aus dem Wasser.
Laichsubstrat
Eier werden in paarigen Säckchen am Hinterleib des Weibchens getragen.
Überwinterung
Überwinterung meist im Sediment als Larvenstadium (Copepodid) oder als Dauerei.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Primär- und Sekundärkonsument; dient als essenzielle Nahrungsquelle für Fischlarven und räuberisches Makrozoobenthos.
Natürliche Feinde
Jungfische, räuberische Insektenlarven (z.B. Libellenlarven), Wassermilben.
Konkurrenzarten
Andere Cyclopoida-Arten und Cladoceren (Wasserflöhe).
Ökosystemleistung
Trägt zur Selbstreinigung von Gewässern durch den Abbau organischer Substanz bei.
Bedrohungen
Verlust von Kleingewässern, Eutrophierung, Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist die 11-gliedrige erste Antenne (A1). Das 5. Schwimmbein (P5) ist stark reduziert: Das Basalglied ist mit dem Thoraxsegment verschmolzen, das einzige freie Glied trägt einen terminalen Dorn und eine Borste. Die Furca-Äste sind etwa 3 bis 4 Mal so lang wie breit. Die Endglieder der Innenäste des 4. Beinpaares sind schlank gebaut.
Fortpflanzung
Sexuelle Fortpflanzung; Weibchen tragen zwei seitlich angeordnete Eisäcke. Die Entwicklung verläuft über sechs Nauplius- und fünf Copepodidstadien bis zum Adultus.
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument; wichtige trophische Brücke zwischen der mikrobiellen Schleife (Einzeller) und höheren Prädatoren wie Fischen.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Verlust und Trockenlegung von Kleingewässern, Eutrophierung durch landwirtschaftliche Einträge und chemische Belastung durch Pestizide.