Lauchschrecke
Mecostethus parapleurus
Die Lauchschrecke ist eine mittelgroße Heuschrecke, die bevorzugt in feuchten Lebensräumen wie Niedermooren und Seggenrieden vorkommt. Sie zeichnet sich durch eine meist hellgrüne bis gelbgrüne Färbung und einen markanten dunklen Längsstreifen aus, der vom Auge über das Halsschild verläuft. Die Flügel sind gut entwickelt und überragen bei beiden Geschlechtern die Hinterknie, was sie zu einer guten Fliegerin macht. In Deutschland ist sie vor allem in den südlichen Bundesländern verbreitet, breitet sich aber durch die Klimaerwärmung nach Norden aus.

Details
Erkennungsmerkmale
Grüne Grundfarbe, schwarzer Längsstreifen hinter dem Auge, Hinterknie meist hell (nicht schwarz), lange Flügel.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen locken Weibchen durch ein kurzes, klickendes Gesangsgeräusch an.
Ernährung
Rein pflanzenfressend, ernährt sich hauptsächlich von verschiedenen Gräsern (Poaceae) und Seggen (Cyperaceae).
Laichsubstrat
Feuchter Boden oder dichte Grasbüschel.
Überwinterung
Überwinterung als Ei im Boden oder in Pflanzenstängeln.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärkonsument; dient als wichtige Nahrungsquelle für insektenfressende Vögel, Spinnen und Amphibien.
Natürliche Feinde
Vögel, Webspinnen, Raubfliegen, Frösche.
Konkurrenzarten
Andere hygrophile Feldheuschrecken wie die Sumpfschrecke.
Ökosystemleistung
Trägt zum Nährstoffkreislauf durch die Zersetzung von pflanzlicher Biomasse bei.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch Entwässerung von Feuchtwiesen und intensive landwirtschaftliche Nutzung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Schlanke Gestalt; Flügel beim Männchen und Weibchen lang (überragen das Hinterleibsende); schwarzer Augenstreif; Hinterschienen meist gelblich oder grünlich, nie rot. Der Gesang besteht aus kurzen, scharfen 'Zick'-Lauten, die in unregelmäßigen Abständen geäußert werden.
Lebensraum
Bevorzugt feuchte bis nasse Habitate wie Feuchtwiesen, Niedermoore, Seggenriede und Ufervegetation. In jüngster Zeit auch zunehmend in mesophilem Grünland und Brachen zu finden, sofern die Luftfeuchtigkeit in der Krautschicht ausreichend hoch ist.
Ernährung
Herbivor; ernährt sich von verschiedenen Gräsern (Poaceae) und Sauergräsern (Cyperaceae).
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument; dient als wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Vögel (z. B. Neuntöter), Spinnen und Amphibien in Feuchtgebieten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (frühe Mahd, hohe Düngung), Entwässerung von Feuchtgebieten, Verlust von Saumstrukturen und Habitatfragmentierung.
Bestandstrend
In Deutschland insgesamt stabil bis zunehmend, besonders in Norddeutschland Ausbreitungstendenzen erkennbar (Klimagewinner).
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Wiedervernässung von Feuchtgrünland; Einführung einer späten Mahd (nach Juli) oder Staffelmahd; Verzicht auf Düngung in Kernhabitaten.